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Bayern? Dortmund? Ist mir langsam egal

24. Mai 2013

Ich kann es kaum noch erwarten. Das Champions League Finale? Nein, der Tag, an dem nicht mehr vom Champions League Finale berichtet wird. Es nervt einfach nur noch und das in den letzten Tagen kontinuierlich penetranter.

Nie war der Pokal in besseren Händen

Nie war der Pokal in besseren Händen

Ich erinnere mich an 2005. Ach, wie herrlich war das. Der Pott zum fünften Mal beim großartigsten Club der Welt und weit und breit keine deutsche Mannschaft zu sehen. Bayern scheiterte im Viertelfinale, Leverkusen und Bremen sogar noch früher. Im Jahr 2013 nun haben wir die Scheiße. Zwei deutsche Clubs im Endspiel und fast alle anderen Themen verlieren an Platz in den Medien. Kein Zweifel, ich finde großartig, was Dortmund mit vergleichsweise sehr bescheidenden Mittel für eine Topmannschaft zusammengestellt hat. Trotzdem kann ich ihnen nicht begeistert die Daumen drücken und Bayern schon einmal gar nicht.

Bayern hasst man entweder, verspürt ihnen gegenüber eine deutliche Abneigung oder man ist Fan. Etwas anderes gibt´s nicht. Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Von daher möchte ich, dass Dortmund gewinnt, was mir langsam aber immer egaler wird. Viel mehr möchte ich nämlich, dass das Spiel endlich gespielt und die Berichterstattung abgeebbt ist. Letzteres wird wohl noch gut eine halbe Woche dauern, aber mich nervt das Ganze. Der Oberschenkel von Götze hier, Bayerns Superteam da. Yadayadayada, blablabla. Alle müssen darüber berichten und jeder findet es so geil, dass zwei deutsche Vereine im Finale sind.

Es wird zu viel an der eigenen Flöte rumgespielt

Gerne wird dann auch noch vom deutsch-deutschen Finale geredet. Reicht nicht einmal „deutsch“? Müsst Ihr Euch ständig an der Flöte rumspielen, weil einmal diese überraschende Konstellation eingetreten ist? Ich möchte an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass die Champions League ein Clubwettbewerb ist und keine EM oder WM. Völlig berechtigterweise wird vor dem Spiel übrigens auch keine Nationalhymne gespielt. Zehntausende in diesem Land werden das morgen wahrscheinlich komplett enttäuscht zur Kenntnis nehmen. Am liebsten hätten sie doch in Wembley die deutsche Nationalhymne vor der Begegnung gleich zweimal hintereinander gehört.

Ich weiß nicht, wie viele Artikel zu diesem Fußballspiel in den letzten Tagen bei Spiegel Online, Süddeutsche und Co. erschienen sind, aber es waren eine Menge. Schlimmer ist dennoch das Fernsehen. Da wird man im Morgenmagazin bereits mit dieser Partie vollgequatscht, bis einem die Ohren bluten und in der nächsten Sendung geht´s dann meistens gleich weiter. RTL soll in dieser Beziehung heute auch wieder groß aufgetrumpft haben, hörte ich. Nein, das ist mir alles zu viel, zu anstrengend, zu unangemessen. Es kann auch keinem Fan mehr Spaß machen, ständig davon zu hören, zumal es, von Götzes Ausfall abgesehen, so gut wie nichts Interessantes zu berichten gibt.

Ein dämlicher Mythos

Zum Schluss will ich noch dem Mythos ein Ende bereiten, dass in England ein deutsches Champions League Finale eine ganz besonders schlimme Angelegenheit ist. Das ist nämlich Unsinn. Dort ist man nicht annähernd so hinterwäldlerisch peinlich national-fixiert, wenn es um einen Clubwettbewerb geht. Man erkennt die Leistungen beider Vereine an und sympathisiert meistens mit Dortmund. Für den durchschnittlichen Liverpool FC Fan beispielsweise ist dieses Finale wesentlich weniger unangenehm als es die Auseinandersetzung zwischen Roman Abramowitschs Lieblingsspielzeug und der Kotztruppe von Sir Old Pisshead 2008 war.

From → Sport

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