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Es klebt Blut an Ihren Händen

2. Mai 2013

Das Blut klebt nicht direkt an Ihren Händen, aber eines muss doch einfach klar gestellt werden, wenn jetzt Kik wieder groß kritisiert wird: Als gleichgültiger und ignoranter Kunde trägt man eine große Mitschuld an unhaltbaren Zuständen in der Textilbranche.

kik

Eine Kinderjeans für 2.99 Euro bei Kik. Noch Fragen?

Zunächst einmal finde ich Kik zum Kotzen. Kik ist allerdings keine Ausnahme, Kik ist die Regel. Wenn Sie in irgendeinem beliebigen Bekleidungsgeschäft in Ihrer Innenstadt einkaufen, dann müssen Sie damit rechnen, dass die dort angebotenen Waren in der Herstellung ökologischen und sozialen Mindeststandards nicht genügen. Die mehr als 400 Arbeiter, die in einem Fabrikkomplex in Bangladesch letzte Woche ums Leben kamen, sind aus verschiedenen Gründen gestorben.

Sie sind wegen Geldgeilheit vor Ort gestorben. Sie sind wegen Geldgeilheit bei den Kunden dieser Fabriken gestorben. Sie sind durch  den Geiz deren Kunden gestorben und durch eine Politik, die sich um diese Thematik einen Dreck schert. Selbstverständlich kann auch ein T-Shirt für 29.90 Euro unter genauso beschissenen Bedingungen hergestellt worden sein wie eines für 1.90 Euro, aber bei letzterem Preis kann man sich so gut wie sicher sein. Da Politik und Industrie kein wirkliches Interesse daran haben, diese Zustände zu ändern, liegt es in den Händen der Kunden.

Jeans für 9.90 Euro oder Nudismus?

Ich weiß, dass nicht wenige Menschen mit einem geringen Budget für Kleidung auskommen müssen. Diese würden aber auch nicht nackt herumlaufen, wenn die billigste Jeans 29.90 Euro anstatt 9.90 Euro kosten würde. Darüber hinaus muss anständige Kleidung auf Dauer nicht unbedingt viel teurer sein. Wenn Sie für ein T-Shirt guter Qualität das Zehnfache bezahlen, dann können Sie meistens auch davon ausgehen, dass Sie deutlich länger etwas davon haben. Extrem billige Klamotten führen leider nebenbei auch dazu, dass man viel mehr kauft als man eigentlich braucht.

Ich weiß, dass das insbesondere bei modebewussten Frauen nicht funktioniert: Grundsätzlich macht es aber Sinn, wenn man wirklich nur etwas Neues kauft, sofern vorher ein ähnliches Kleidungsstück ausrangiert werden musste. Ich will nicht wissen, wie viele Tausend Tonnen kaum getragene Kleidung in deutschen Wohnungen herumliegen. Kleidung, die einfach nur gekauft wurde, weil sie billig war und nicht weil man sie brauchte.

Sozial-ökologische Kleidung im Internet kaufen

Es gibt doch aber überall nur den gleichen Mist zu kaufen? Falsch, ich möchte hier keine Werbung machen, aber googeln Sie doch einfach beispielsweise einmal „sozial-ökologische Kleidung“. Es gibt verschiedene Läden, bei denen Sie anständige Mode online bestellen können. Der ökologische Aspekt darf am Ende natürlich auch nicht zu kurz kommen. Dort wo Böden, Luft und Gewässer verschmutzt werden, da sorgen Billigklamotten für große Folgekosten. Auch ein Punkt, den man nicht ignorieren sollte.

Was man hieraus nun für sich macht, muss jeder selbst wissen, aber erzählt mir nicht, man hätte keine Wahl. Der finanzielle Aspekt ist bei den wenigsten ein Grund, Schrott-Textilien zu kaufen. Geiz, Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit ist es bei den meisten.

Vielleicht auch von Interesse:

– Faulheit, Geiz und Ignoranz gegen die Moral

From → Allgemein

12 Kommentare
  1. Damit liegst du ja ganz auf Linie der Grünen…
    aber vielleicht würde manch eine, die sich mit Billigfetzen von Kik begnügen muss, sehr gerne weniger „geizig“ sein und sich schöne Kleidung kaufen, hat jedoch nicht das Geld dafür.
    Warum nicht? Weil es gnadenlose Ausbeutung nicht nur woanders gibt, sondern auch bei uns im reichen Deutschland -Minijobber, WorkingPoor, Prekariat, Hartz IV -schon mal von gehört?
    Aber solange man irgendwo auf der Welt noch einen findet, der noch schlechter behandelt wird -warum mal vor die eigene Haustür gucken, wie es den Menschen geht, die Dir Deinen Dreck wegputzen müssen? Das Blog JASMINREVOLUTION nennt sowas zynisches Hartz-IV-Bashing der grünlichen Besserverdienenden, die sich ein gutes Gewissen kaufen können (von genau dem Geld, das hierzulande aus den Billiglohnsklaven herausgeschunden wird):
    http://jasminrevolution.wordpress.com/2013/05/02/grune-heuchelei-hartz-iv-bashing-von-barbara-lochbihler/
    Achja, der Fabrikbesitzer, der seine Näherinnen verbrennen ließ, soll sich ja wahnsinnig nobel für die Hungernden in Somalia eingesetzt haben -und denen gehts nun wirklich schlechter als seinen geschundenen Arbeitssklavinnen. Grüne Heuchler lassen grüßen.

    • Zunächst einmal habe ich es eigentlich gar nicht mit den Grünen. Habe ich auch noch nie gewählt und werde es nie, aber das nur vorweg. Ich hasse Ausbeutung überall und habe ich auch schon zigmal etwas über Lohndumping in Deutschland geschrieben. Das ändert nichts daran, dass ich es zum Kotzen finde, wenn wir 2.99 T-Shirts von Frauen, die unter beschissenen Bedingungen in Bangladesch arbeiten, nähen lassen. Lassen wir doch einfach alle weg, die in Deutschland weniger als 1000 Euro im Monat zur Verfügung haben: Dann gibt es immer noch zig Millionen, die unnötigerweise und aus Geiz diesen Schrott kaufen.

  2. Judith Wirtz permalink

    Ganz beschissener Kommentar von NerdMantelträgerin –
    ein Unrecht durch ein anderes legitimieren, Bravo !
    Und dann in völliger Unkenntnis über „Dreck wegputzen“ lamentieren …
    Bei kingkenny7 putzt garantiert niemand ihren / seinen Dreck weg –
    ausser sie / er selbst. Und wenn die blöde, selbstgerechte Fotze hier
    schon häufiger reingeschaut hätte, dann wäre ihr sicher nicht entgangen,
    dass kingkenny7 sich bereits mehrmals gegen Ausbeutung, auch in
    Deutschland, geäussert hat.

    Von nix Ahnung, aber zu allem eine Meinung. Geh´ kacken, Du Pissvogel !

  3. So ein Fäkalien-Kommentar von Judith Wirtz bleibt stehen? Da hat sie aber fies Glück gehabt, dass es nicht bei Uhupardo war … anyway..

    Zur Sache:
    Steht alles schon im Artikel, in Haupt- oder Nebensätzen, ich fasse es nur zusammen, weil ich diesmal nicht ganz einverstanden bin.

    Ja, der Verbraucher soll hinschauen! Bis dahin einverstanden, wie denn auch nicht!

    Aber kingkenny: Sie produzieren alle in Bangladesh&Co.. Und nicht nur produzieren sie alle dort, sie produzieren auch alles dort: OB die Jeans 6,99 oder 99 Euro kostet, das T-Shirt zu 5 und zu 50 Euro. Alles Billigzeugs, alle Markenprodukte.

    Der Konsument kann und soll hinschauen, eine wirkliche Chance hat er nicht.

    Und was viel schlimmer ist: Die „Schuld“ auf den Verbraucher abzuwälzen ist genau das, was diejenigen wollen und brauchen, die die Strippen ziehen.

    Die Konzerne sind es, die alles (alles) dort produzieren lassen und unter unsäglichen Bedingungen. DAS gilt es auszubremsen, denn die Vrabraucher haben keine Chance mehr, daran auch nur merkbar etwas zu drehen.

    Wie man das macht? Zum Beispiel, indem man die Konzerne verpflichtet, für ihren Umsatz in Deutschland x Mitarbeiter einzustellen. Steht hier: http://www.bandbreitenmodell.de

    • Das ist so nicht richtig. Es gibt Unternehmen, die beispielsweise in der Türkei produzieren und zumindest auch eines in Deutschland (in Augsburg). Natürlich haben die Unternehmen die Hauptverantwortung, aber die Konsumenten verfügen heute sehr wohl über Optionen. Vor allem jene, die gut oder wenigstens anständig verdienen.

      Zu letztem Punkt: Dazu wird es aber (leider) auf absehbare Zeit hin nicht kommen. Ich möchte aber jetzt was tun und kaufe persönlich seit längerem keinen Textilschrott mehr. Ob das, was ich kaufe, nun 100%ig meinen Ansprüchen entspricht, kann ich persönlich zwar nicht nachprüfen, aber es wird ziemlich sicher auf deutlich akzeptablere Weise produziert als der Müll, den Kik, H&M und Co. anbieten.

  4. „Das ist so nicht richtig. Es gibt Unternehmen, die beispielsweise in der Türkei produzieren und zumindest auch eines in Deutschland (in Augsburg). “

    Ich war in einem dieser Unternehmen, die in der Türkei produzieren. Dort werden Jeans für den deutschen Markt sandgestrahlt, die Mitarbeiter hatten nicht einmal Atemschutzmasken. Da leben Näherinnen in Bangladesh gesünder. Wenn das Beispiele sein sollen …

    „Ziemlich sicher auf deutlich akzeptablere Weise produziert als der Müll, den Kik, H&M und Co. anbieten …“

    Dieser Satz gilt NUR für für Leute, die den Rat im Blog beherzigen „googeln Sie doch einfach beispielsweise einmal “sozial-ökologische Kleidung” – denn es sind nicht Kik, H&M und Co. Es sind alle, absolut alle (wenn man vom erwähnten Trigema absieht; würden dort 80 Mio. einkaufen, sehen 80 Mio. zum Kotzen aus, aber es wäre eine Lösung).

    • Klar gibt es sicher auch bei diesen Unternehmen schwarze Schafe, aber leider kann man sich nicht überall vor Ort anschauen, wie produziert wird. Auf sandgestrahlte Jeans sollte man auf jeden Fall ganz verzichten.

      Trigema gibt´s auch noch, stimmt, aber ich meinte Manomama. Es gibt auch noch einige mehr und ich gehe einfach davon aus, dass die meisten davon ihre Versprechen auch umsetzen.

  5. ribi permalink

    king: gehe doch nicht auf den ein, der weiß doch eh alles besser!das problem ist doch, dass fast alle kleidung in asien hergestellt wird!

  6. ribi permalink

    king: mit dem bandbreitenmodell könnte aber wohl wirklich eine revolution erfolgen!frage mal deinen uhupardo, wie das bandbreitenmiodell beim fluten europas durch zuwanderung, was er will, erfolgen soll- geht eben nicht!

  7. Ich finde dies ein gutes Beispiel für das was auf der Welt an Produkten produziert werden, in geringer Qualität und geringer sozialen Bedürfnissen. Man sollte dies nun als ein vorbildliches Beispiel nehmen auf Qualität und Herkunft des Produktes zu achten, weil man eine sehr alternative Auswahl hat. Darum sollte man in der Zukunft, keine „Geldgeilen Unternehmen“ unterstützen, sondern unbekannte Designer oder Läden.

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