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NSU-Prozess: Die Blamage geht weiter

30. April 2013

Als ob es nicht schlimm genug ist, dass in Deutschland zwischen 2000 und 2007 von einer rechtsextremistischen Gruppierung zehn Menschen ermordert und weitere mindestens zwei Dutzend verletzt wurden. Nein, man kriminalisierte die Opfer über Jahre auch noch und nun bringt man es nicht einmal fertig, mit dem Prozess auf angemessene Weise zu beginnen.  

Diese beiden Damen vom OLG München machen auch nicht immer dien beste Figur

Diese beiden Damen vom OLG München machen auch nicht immer die beste Figur

Die Blamage nimmt einfach kein Ende. Als gestern verkündigt wurde, welche Presseorgane nach einem Losverfahren einen festen Sitz zur Beobachtung des NSU-Prozesses bekamen, wähnte man sich in einem schlechten Film. Es hätte auch ein satirischer Beitrag von Extra 3 oder der Heute Show sein können. War es aber nicht. 50 Presseplätze zu verlosen, war von Anfang an eine verwegene Idee. Die teilweise absurden Ergebnisse, die so etwas zwangsläufig mit sich bringen musste, dann auch noch ironisch zu kommentieren, war das allerletzte. Ja lustig, die „Brigitte“ (hatte sich die „Bravo“ eigentlich nicht beworben?) ist dabei, aber die „Süddeutsche Zeitung“ beispielsweise nicht. Was für ein Irrsinn.

Nach all den Diskussionen der letzten Wochen sind jetzt tatsächlich ein paar ausländische Medien dabei. Das war es aber auch schon an positiven Meldungen. Das große, nachvollziehbare und gerechtfertigte Interesse der Medien war von Anfang an abzusehen. Wieso ist offensichtlich niemand auf die Idee gekommen, mit Nachdruck einen geeigneteren Raum zu finden als ihn der größte Saal des Oberlandesgericht Münchens bietet? Wie man sich gegen eine simple Videoübertragung in einen anderen Saal wehrt, spottet ebenfalls jeder Beschreibung. So blamiert man sich weiter und sieht zu, wie man von verschiedenen Seiten berechtigterweise ausgelacht wird.

Die Tatsache, dass nach all den Ungerechtigkeiten und all der Ignoranz und Dummheit des deutschen Staates in dieser Angelegenheit noch kein Angehöriger eines Opfers vollständig ausgerastet ist, muss man diesen hoch anrechnen. Wann nun die schäbige Zschäpe und ihre Helfer endlich der Prozess gemacht wird, steht derweil weiter in den Sternen. Verschiedene Medien denken über Klagen nach, weil sie beim Losverfahren kein Glück hatten. Einerseits verständlich, aber andererseits zieht sich diese unwürdige Veranstaltung so sehr wahrscheinlich noch weiter in die Länge. Traurig und für Deutschland eine Blamage auf ganzer Linie. Im Hinblick auf die Angehörigen der Opfer ist das alles eine einzige Schande.

One Comment
  1. Es ist eine Sauerei, dass dieser Prozess so schnell nicht vernünftig beginnen wird. Es gäbe genug Möglichkeiten, um möglichst vielen Journalisten die nötigen Infos zu geben bzw. sie zusehen zu lassen. Für die Opfer und die Hinterbliebenen ist dieser Prozess nötig, um endlich abschließen zu können und man legt gerade ihnen solche Steine in den Weg. Armes Deutschland…man zweifelt mehr und mehr an der Gerechtigkeit der Justiz…und das schon vor der Urteilssprechung!

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