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Es ist genug!

9. April 2013

In der 3sat Sendung „Kulturzeit“ sah ich gestern eine Wiederholung eines besonders sehenswerten Beitrags von „ttt“. Es geht um zwei Briten, die sich mit meiner Meinung nach sehr wichtigen Fragen beschäftigt haben, die ich in diesem Blog auch schon des öfteren gestellt und diskutiert habe.

Die Anhäufung von Krimskrams führt laut. R. Skidelsky nicht zu Zufriedenheit

Die Anhäufung von Krimskrams führt laut Robert Skidelsky nicht zu Zufriedenheit

How much is enough? so die zentrale Frage, die sich der britische Wirtschaftshistoriker Robert Skidelsky und sein Sohn der Sozialphilosoph Edward, gestellt haben. Der Titel ihres Buches lautet in der deutschen Übersetzung „Wie viel ist genug?: Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens“. Dieses Buch habe ich leider noch nicht gelesen, aber der kurze Bericht von „ttt“ macht es für mich praktisch zur Pflichtlektüre.

Einige wichtige Aussagen aus dem TV Beitrag mit den Skidelskys:

– Menschen betäuben sich mit mehr und mehr Krimskrams.

– Wir haben in der westlichen Welt einen ausreichenden Wohlstand. Nicht jeder einzelne, aber gesamtgesellschaftlich. Genug um ein gutes Leben zu führen.

– Geld sollte uns Muße ermöglichen.

– Die beiden fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches die Produktivkraft unserer Wirtschaft längst hergibt.

– Wäre der Reichtum besser verteilt, könnten alle viel weniger arbeiten.

– Stattdessen schuften auch die Reicheren wie die Wahnsinnigen, weil wir uns permanent miteinander vergleichen und jeder mehr haben will als der andere. Einen Lebenssinn macht das alles nicht.

– Wir fördern die Gier. Früher war Gier eine Sünde.

– Mehr Zeit für Muße wird gebraucht. Für Sachen, die einen Freude machen, ohne das finanzielle Erwägungen eine übergeordnete Rolle spielen.

– Wir erziehen Menschen für den Arbeitsmarkt, der nebenbei immer kleiner wird. Erziehung sollte sich dagegen viel mehr damit auseinandersetzen, wie wir mit unserer Freizeit umgehen.

Ich persönlich kann all diese Punkte aus voller Überzeugung unterschreiben und es frustriert mich, dass wir nicht in einer besseren, humaneren Gesellschaft leben, obwohl eine solche grundsätzlich leicht zu etablieren wäre. Leider ist das Bewusstsein dafür auf der einen Seite nicht vorhanden, während bei der anderen das Interesse fehlt. Hier geht´s zu diesem wirklich sehr interessanten und sehenswerten Beitrag:

http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/431902_ttt-titel-thesen-temperamente/13854148_was-brauchen-wir-wirklich-fuer-ein-gutes-leben-

4 Kommentare
  1. PeWi permalink

    Ich denke, dass viele Menschen gar keine wirklichen Dinge haben, die ihnen Freude machen könnten. In ihrer Gier, immer nach der neuesten Mode (sie ist immer wieder die alte) angezogen zu sein. Schuhe, Taschen kaufen zu „müssen“ wie einen die Werbung einredet, nur damit die Profite der Konzerne ins unermessliche steigen können. In ihrer Gier, immer das neueste Smartphone besitzen zu müssen, mit den neuesten überflüssigen Apps. Mit ihrem vorgeblichen Multitasting, wo immer und überall jeder Pups geteilt werden muss. In so einer Umwelt hat es die Freude an einfachen Dingen sehr schwer. In so einer Umwelt wird das Gehirn komplett auf Facebook abgestellt und vergessen, unter welchen menschlichen und ökologischen Bedingungen diese Dinge hergestellt werden. Man begnügt sich nicht mit einem Ding, nein es muss jedes Jahr das neueste sein und das alte wird weggeschmissen. Der Müll wird dann wiederum in den Ländern entsorgt, wo die ärmsten Schichten leben und dort davon krank gemacht werden. Nachdenken darüber? Bei den meisten: Fehlanzeige. Es ist doch schick z.B. zu den Apple-Jüngern zu gehören, koste es was es wolle an Humanität und Umwelt.

    • Zum Thema Mode habe ich die Tage noch folgendes gelesen: “ Pro Person werden hierzulande jährlich 26 Kilogramm Textilien gekauft, davon 13 Kg Kleidung.“ Absolut unglaublich, wie ich finde. Klar, aber dann nimmt man mal eben die drei T-Shirts für 9.99 Euro mit, völlig egal, wie und wo sie hergestellt wurden. Traurig. 13 Kg Kleidung im Jahr! Ich glaube nicht, dass ich auf 1/4 davon komme.

  2. kellerkalli permalink

    Danke für die Buchempfehlung. Ich habe an mir selbst festgestellt, daß das Schönste am Konsument-Sein die Entwöhnung ist. Man lernt erstmal wieder, die Dinge zu reparieren anstatt sie neu zu kaufen und eignet sich viel handwerkliches Wissen an. Ein Buch, daß ich übrigens empfehlen kann ist „Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“ von Christa Müller.

    • Interessanter Punkt. Habe bei meiner letzten Reise festgestellt, wie schnell und leicht ich auf alltägliche und selbstverständliche Dinge verzichten konnte.
      Danke für den Tipp!

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