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Marina Weisband und ihr Buch

20. März 2013
Marina Weisband

Marina Weisband

Gestern saß sie wieder einmal bei der Nervensäge Markus Lanz. Der Moderator war, wie gewöhnlich, teilweise absolut unerträglich. Dennoch habe ich die Sendung ganz geschaut. Allein wegen Marina Weisband. 

Es war nicht ihr bester Auftritt, aber es war auch allgemein keine gute Sendung. Das Potenzial dazu wäre durchaus da gewesen. Man hätte nur Markus Lanz und Arnulf Baring aus dem Studio schmeißen müssen. Hätten Christiane Paul, Dirk Stermann, Claus Strunz und Marina Weisband in Ruhe miteinander reden können, wäre es vielleicht eine interessante, sympathische Angelegenheit geworden. So war das Gegenteil der Fall.

Es wurde lange Zeit halbwegs ernst über den ZDF Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ und die NS-Zeit geredet. Dann ging es plötzlich von einer Sekunde auf die andere wieder Lanz-typisch pseudo-launig und natürlich oberflächlich weiter. Über die Aussetzer des Moderators und Barings werde ich hier aber nichts schreiben, denn es geht schließlich um Marina Weisband.

Ein lesenswertes Buch

„Wir nennen es Politik: Ideen für eine zeitgemäße Demokratie“ heißt das Buch Marina Weisbands, welches Donnerstag (14.3.2013) erschienen ist. Einige Kritiker des Werks haben leider schon den Titel nicht richtig gelesen. Weisband maßt sich nicht an, ein ausgeklügeltes neues politische System vorzustellen. Nein, aber ein paar gute Ideen. Dazu gibt´s etwas Persönliches, beispielsweise über ihre durch Krankheit geprägte Kindheit oder die Erzählung davon, wie sie in kurzer Zeit an der Spitze einer deutschen Partei landete.

Nein, tiefgründige Theorien auf knapp 180 Seiten zu erwarten, ist Unsinn. Trotzdem kann der ein oder die andere sicherlich etwas lernen, zum Beispiel über Liquid Democracy. Den Begriff haben die meisten Menschen sicherlich schon öfter gehört. Wer aber weiß mehr oder weniger gut, was sich dahinter verbirgt? Wenn ich morgen auf der Straße zehn Leute frage, erhalte ich sicherlich höchstens eine brauchbare Antwort.

Intelligenz und Naivität 

Marina Weisband hat ihr Buch aus einer unwissenden, naiven Perspektive geschrieben. Eigentlich optimal für viele Menschen, die sich bisher kaum oder gar nicht für Politik interessiert haben. Ob viele Menschen aus dieser großen Gruppe allerdings zu der Lektüre greifen werden? Das ist leider doch eher zweifelhaft. Empfehlen würde ich es diesen Leuten aber sehr. Viele andere werden vielleicht einen größeren Tiefgang erwartet haben.

Selbstverständlich geht es in diesem Buch auch ganz zentral um Kommunikation und das Internet. Themen von denen Marina Weisband einiges versteht. Leicht und schnell (wenn man möchte) zu lesen ist „Wir nennen es Politik“ außerdem. Das Buch kennzeichnet sich auch sehr davon, was ich persönlich an der Autorin schätze. Sie ist ein sehr intelligenter, gebildeter, engagierter Mensch, aber gleichzeitig auch in sympathischen Sinne manchmal ein wenig naiv.

From → Film + TV, Medien, Politik

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