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Interview mit einer Düsseldorfer Kleinkünstlerin

6. März 2013

Heute gibt es hier zum ersten Mal ein Interview zu lesen. Im Mittelpunkt steht eine gute Freundin, die unter anderem singt und eine regelmäßige Comedyshow in Düsseldorf veranstaltet. Vorweg sei noch klargestellt, dass ich das hier nicht tue, weil ich einfach jemanden einen Gefallen machen möchte, sondern weil es mir persönlich ein wirkliches Anliegen ist.

Wie in den meisten Monaten, so war ich auch im Februar bei der Comedyshow “Mixed Pickels”, die moderiert und organisiert von Nadine Pungs, für gewöhnlich am ersten Donnerstag eines Monats im Knoten (Altstadt, Düsseldorf) stattfindet. Die “Mixed Pickels” gibt es schon vier Jahre, aber gerade diese Februar-Show war für mich eine der besten überhaupt.

Für gewöhnlich treten drei bis fünf Künstler auf. Zumeist Stand-Up Comedians und Menschen, die Musik-Comedy machen oder andere Arten von Kleinkunst. Normalerweise ist mindestens einer der Künstler wirklich gut und ein weiterer nicht übel. Der ein oder andere Flop bleibt natürlich auch nicht aus, aber richtig schlechte Auftritte gab es sehr selten. Im Februar war absolut keine(r) schlecht und auch keine(r) durchschnittlich. Einer war relativ gut, die anderen meiner Meinung nach komplett überzeugend. Allen voran erinnere ich mich an die bezaubernde und sehr lustige Tahnee, dem Höhepunkt eines überaus gelungenen Abends. Das einzige Problem? Zu wenig Gäste wissen von der kleinsten Bühne Düsseldorfs, obwohl die Show unter den Künstlern einen hohen Bekanntheitsgrad hat.

Die Show hätte ein größeres Publikum verdient

Zu wenig Zuschauer sind ein generelles Problem in der Kleinkunst; die meisten Bühnen müssen ums Überleben kämpfen. Umso lobenswerter, dass die „Mixed Pickles“ schon seit vier Jahren durchhalten. Ich hoffe, am Montag werden sich viele Gäste für ein unterhaltsames Abendprogramm entscheiden. Dann wird nämlich das Jubiläum der Show gefeiert und zwar nicht im Knoten, sondern auf der Retematäng Kunst- und Kulturbühne im Schlösser Quartier Bohème auf der Ratinger Straße, ebenfalls in der Düsseldorfer Altstadt.

Der Montag ist natürlich für viele der unangenehmste Wochentag. Von daher hat man dieses Mal aber auch eine schöne Möglichkeit, abends mal etwas Nettes zu machen. Die Namen der Künstler garantieren schon fast, dass es sich lohnen wird. Für Jens Heinrich Claassen und Keirut Wenzel, die beide bereits Comedy-Preise gewannen und die der ein oder andere aus dem Fernsehen kennen dürfte, kann ich mich selbst verbürgen, für die junge Jacqueline Feldmann ebenfalls. Dazu gibt es noch einen Auftritt von Marcel Wagner und Live-Musik des Ratinger Tragödchens. Das alles wird dieses Mal um die 12 Euro kosten, normalerweise zahlt man im Knoten sogar nur 7 Euro im VVK und 9 Euro an der Abendkasse.

So, nach der langen Einleitung nun endlich zum Interview.

Du sagst, Du machst Kleinkunst. Seit wann machst Du das und was versteht man genau darunter?

Nadine Pungs: Kleinkunst umfasst ganz verschiedene Arten der darstellenden Kunst, zum Beispiel Theater, Musik und – Unfug. Also eigentlich: Spielen, singen, sabbeln. Und das mache ich jetzt seit sieben Jahren.

Und warum?

N.P.: Das hatte ich mir schon immer gewünscht. Als ich drei Jahre alt war, fand ich schon Sänger und Schauspieler toll. Das wollte ich auch. Ich habe dann in der Schule bereits Theater gespielt und bin schließlich „hängen“ geblieben.

Nadine Pungs

Wie kamst Du auf die Idee, eine Comedy-Reihe auf die Beine zu stellen?

N.P.: Ich habe selbst lange Kabarett gemacht und wollte besonders unbekannten Talenten eine Chance geben. Mittlerweile waren bei uns aber auch einige bekanntere Leute zu Gast wie Keirut Wenzel, der Obel oder Jens Heinrich Claassen. Markus Krebs darf man selbstverständlich auch nicht vergessen. Er machte bei uns mit seine ersten Bühnenerfahrungen und hat mittlerweile einige Bekanntheit und Beliebtheit erlangt. Nicht zuletzt natürlich dank seines Erfolges beim RTL Comedy Grand Prix 2011.

Normalerweise finden die “Mixed Pickles” im Knoten statt, warum dieses Mal woanders?

N.P. (lacht): Wir sind käuflich. Wer uns bei sich haben will, hat theoretisch auch die Möglichkeit, uns zu engagieren. Die “Mixed Pickles” sind in der Comedyszene zwar durchaus bekannt, aber eine neue Location bedeutet immer auch, andere Leute zu erreichen und vielleicht dauerhaft ein größeres Publikum zu gewinnen.

Kommen wir zum zweiten Thema, dem Gesang. Du hast mit einer Freundin eine Band gegründet. Seit wann gibt´s The Chicktones?

N.P.: Seit 2011. Wir sind zwei Sängerinnen, also die Chicks, und werden meistens von drei Musikern, den Tones, begleitet. Wir machen Swing, Jazz und singen Songs von Elvis Presley sowie Marilyn Monroe.

Und wo tretet Ihr für gewöhnlich auf?

N.P.: Kommt darauf an, wer uns bucht. Wir spielen in Bars, bei Hochzeiten, Galas, Geburtstagen und ganz verschiedenen anderen Events.

Hast Du eine skurrile Geschichte auf Lager?

N.P.: Ja, wir sind mal im Schützenverein aufgetreten. Dort hat man wohl Schlager oder so erwartet. Nach der ersten Verwirrung fanden es, vor allem die Herren, aber dann doch ganz gut. (Schmunzelt) Bin mir jedoch nicht sicher, ob es an der Musik lag.

Was sonst?

N.P.: Wir haben beispielsweise für den Verband der Schädlingsbekämpfer gespielt. Das klingt auch ein wenig merkwürdig, aber die sind sehr, sehr nett. Außerdem weiß ich jetzt alles über Kakerlaken und ähnliches Getier. (Lacht) Ich habe mich sehr sicher gefühlt.

Ich komme an der obligatorischen Frage nicht vorbei: Kann man davon leben?

N.P.: Mal ja, mal ist es schwierig. Man muss schon mitunter kämpfen. Ich nehme die fehlende Sicherheit aber gerne in Kauf, weil ich absolut keine Lust habe, Woche für Woche von Montag bis Freitag acht Stunden in irgendeinem Büro zu sitzen und etwas zu machen, was ich nicht mag.

Und was machst Du sonst so?

N.P.: Ich reise zum Beispiel gerne. Auch mal in Regionen, die allgemein nicht so furchtbar beliebt sind. In Transsilvanien und in der Walachei war ich zum Beispiel und im Sommer stehen Sibirien und die Mongolei auf dem Programm.

Ach was? Muss man da alleine fahren oder gibt es auch andere Menschen, die so etwas gut finden?

N.P.: (lacht) Nee, man kann schon andere Menschen mit ähnlichen psychischen Schäden finden, die einen begleiten.

Vielen Dank für das Interview!

Zur Erklärung des Gesprächsendes lesen Sie auch “Eine lange Reise gen Osten“. Zur Homepage von den „Mixed Pickles“ gelangen Sie hier und das ist die Internetpräsenz der Chicktones sowie hier die von Nadine Pungs. Die Veranstaltung am Montag im Schösser Quatier Bohème beginnt um 20 Uhr.

4 Kommentare
  1. F95-Jan permalink

    Ich muss Montag bis 19.30 Uhr arbeiten, aber wenn ich anschließend nicht zu müde bin, komme ich vielleicht noch hin. Das klingt nicht schlecht.

  2. Frollein Nanni permalink

    Danke Dir!

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  1. In der Transsibirischen Eisenbahn | Ziegenhodensuppe           

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