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Schlechte Konjunkturaussichten, noch schlechtere Ideen

23. Februar 2013

Die EU Kommission korrigierte die Prognose für die Konjunktur gestern nach unten, berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten am Freitag. Grund wäre der nachlassende Reformeifer der Südländer. Das reicht für mich eigentlich schon, um nur noch kopfschüttelnd auf den Fernseher zu starren.

Rehn

EU Kommissar Olli Rehn

Es kam aber tatsächlich noch besser. Thematisiert wurden dieses Mal Spanien und Frankreich. Während die Arbeitslosigkeit in Spanien mittlerweile bei knapp 27 % liegt, sind es in Frankreich auch immerhin schon 10.7 %. Als leuchtendes Beispiel wurde dann wieder einmal Deutschland mit nur 5.7 % angeführt. Ja richtig, ein weiteres Mal feierte man eine geschönte Statistik, die durch Tricks, Lohndumping und Leiharbeit zustande kommt. Tatsachen, die man aber mit einer beeindruckenden Hartnäckigkeit verschweigt.

Zu Wort kam EU-Kommissar Olli Rehn mit dem Satz „Die Schatten der Krise sind lang…“ und ohne eine akzeptable Idee. In Bezug auf Frankreich kam von ihm, was man erwarten konnte. Das Land müsse den Arbeitsmarkt flexibler gestalten und das Rentenalter anheben. Genau, macht es doch wie Deutschland! Sorgt auf dem Rücken von Menschen, die in Vollzeit-Beschäftigung teilweise mit nicht einmal 1000 Euro netto im Monat nach Hause gehen, für mehr Wettbewerbsfähigkeit und arbeitet bis in ein höheres Alter. Wahrhaft sensationelle Ideen von Rehn, der selbst übrigens um die 20.000 Euro im Monat verdient.

13 Kommentare
  1. ribi permalink

    king: interessant dazu die neuen bücher von peter bofinger und henrik müller, belegen, dass die reformagenda auf ganz europa bezogen, schwachsinn darstellt, und die deutschen erfolge andere ursachehn haben!

  2. Roger permalink

    Hört endlich auf rumzuheulen! Im Vergleich zu den restlichen 99 % der Menschheit geht es uns hier verdammt gut. Und zwar (fast) ALLEN. Davon zeugen die Massenphänomene Übergewicht (genug zu essen), Überfluss (Müllberge, weil jeder viel zu viel Krempel besitzt), Verwöhnung (gefühlt hat jeder Jugendliche heute ein Smartphone) und fehlende Wertschätzung (ein Drittel aller Lebensmittel landet in der Tonne).

    Im Übrigen: Ein wenig Eigeninitiative wirkt manchmal Wunder. Wer die Hauptschule abbricht, keinen Bock auf Ausbildung hat und nur zu Hause rumlungert, ohne Bewerbungen zu schreiben, kann nun mal keinen 50.000-Euro-im-Jahr-Job erwarten. Was denkt ihr euch eigentlich? Dass wir hier auf die Welt kommen mit einem großen Rundumsorglospaket durch den Staat??

    Jammern auf ganz hohem Niveau…

    • Hört endlich auf, alles zu beschönigen! Es geht hier um die EU. Diese hat ca. 500 Millionen Einwohner, auf der Erde leben ca. 7 Milliarden Menschen. Von daher ist der Satz mit den 99% schon rein faktisch Unsinn. (Fast) allen geht es hier verdammt gut, ist eine weitere Übertreibung. Den oberen 1-3% geht es viel zu gut, aber den unteren 10%+ absolut nicht.

      Dieses „uns geht´s doch gut“, ist eine Verhöhnung von ganz locker mindestens 10% der Einwohner in diesem Land, die entweder von Arbeitslosigkeit betroffen sind oder lediglich eine Arbeit haben, von der sie nicht leben können. Typisches CDU und FDP Geschwätz.

      In Deutschland gibt es schon seit langem traurige Entwicklungen. Schauen Sie sich nur an, wie die Zahl der Tafeln in den letzten zwei Jahrzehnten angewachsen ist. Eine Schande für Deutschland und in Ländern wie Spanien oder Griechenland sieht es noch viel, viel schlimmer aus. Die Tatsache, dass es vielen Menschen in Asien, Afrika oder Südamerika in der Summe noch schlechter geht, ist auch absolut kein Argument dafür, den Status Quo hier zu akzeptieren.

      Übergewicht ist übrigens ebenfalls kein gutes Beispiel. Der Müll, den wir erzeugen, ist in der Summe eine Schande, keine Frage. Das ist trotzdem alles andere als ein Beweis dafür, dass es fast allen gut geht.

      Erst einmal würde ich mir wünschen, dass niemand Erwerbsarbeit benötigt, um leben zu können. Zweitens einmal ist völlig uninteressant, welche Ausbildung jemand hat. Kein Schulabbrecher erwartet einen 50.000 Euro Job. Jemand, der aber in Vollzeit arbeitet und dabei ist es völlig egal, was er macht, muss das Recht haben, davon leben zu können. Alles unter 1000 Euro netto ist Ausbeutung und auch von 1200 oder 1300 Euro lässt es sich gerade so leben.

      Verharmlosungen und Relativierungen auf extrem hohem Niveau…

  3. Roger permalink

    „Erst einmal würde ich mir wünschen, dass niemand Erwerbsarbeit benötigt, um leben zu können.“
    Das ist in meinen Augen nicht nur völlig unrealistisch, sondern nicht einmal erstrebenswert. Ganz ohne Druck bringt der Mensch keine Höchstleistungen. Nicht in der Wirtschaft, nicht im Fußball, nicht in der Schule,… Aber es ist natürlich schön einfach und bequem, vom Staat ein monatliches Grundeinkommen zu verlangen. Wie soll so etwas bitte umsetzbar sein? Bitte um konstruktive Vorschläge!

    „Den oberen 1-3% geht es viel zu gut, aber den unteren 10%+ absolut nicht.“
    Das sind Gemeinplätze ohne Aussage. Was bedeutetet das konkret? Wann geht es denn einem Menschen gut, wann geht es ihm nicht gut? Wenn er genug Geld zur Verfügung hat? Gibt es nicht auch noch eine andere Dimension jenseit des Materiellen? Wenn nein, wo ist denn die Grenze zwischen „gut“ und „absolut nicht gut“? Wo haben Sie eigentlich diese Zahlen her („den unteren 10 Prozent“)?

    „Schauen Sie sich nur an, wie die Zahl der Tafeln in den letzten zwei Jahrzehnten angewachsen ist.“
    Sorry, diese inflationäre Gesülze von den überlaufenen Essenstafeln halte ich für eine Fata Morgana. Auch die unteren 10 Prozent der Haushalte verschwenden Nahrungsmittel – und zwar tonnenweise! Und das soll Armut sein? Das ist für mein Dafürhalten eine Verhöhnung all der wirklich armen Menschen auf diesem Planeten. Zum Beispiel von kleinen Kindern, die im Slum von Mumbai nach Essen betteln. An der Armutsdefinition ist in diesem Lande etwas faul. Menschen, zu deren Existenzsminimum neben beheizter Wohnung auch Flachbildfernseher und Handys gehören, sind NICHT ARM. Im Übrigen: Zeigen Sie mir doch bitte einmal die Heerscharen von Armen in Deutschland! Ich seh sie nicht, wo sind sie?

    „In Deutschland gibt es schon seit langem traurige Entwicklungen.“… „Eine Schande für Deutschland“
    Ja, im Schämen sind wir bekanntlich die Allergrößten. Wenn man sich für alles und jeden schämt, muss man doch im Gegenzug auch auf das eine oder andere stolz sein. Zum Beispiel darauf, dass es so viel sozialverversicherungspflichtige Jobs wie noch nie zuvor gibt in Deutschland. Darauf, dass es der breiten Masse der Bevölkerung eben doch sehr gut geht, und zwar nicht nur den oberen 1-3 Prozent. Darauf, dass die Unternehmen auch den einen oder anderen „ordentlichen“ Arbeitsplatz anbieten. Darauf, dass die Politik neben allen Versäumnissen auch gewisse Arbeitnehmerrechte verankert hat, die die Arbeit in den meisten Fällen eben nicht menschenunwürdig macht. Darauf, dass…

    • Sehr amüsant, wirklich. Jeder braucht eine Aufgabe, aber ganz sicher keinen langweiligen 9 to 5 job in irgendeinem Büro oder Amt oder…

      Druck, Höchstleistungen? Ganz ehrlich, wo sind schon Höchstleistungen gefragt und warum sind Höchstleistungen interessant? Wir leben nur einmal und von dieser Lebenszeit sollten wir möglichst viel mit Dingen verbringen, die uns Spaß machen. Und mal ehrlich: Selbst, die Menschen, die einen anständigen Job haben, freuen sich wesentlich mehr auf ihren nächsten Urlaub als auf den Montagmorgen.

      Solange Sie nicht zum Einstein, Beethoven und Co. werden, interessiert sich auch schon wenige Jahrzehnte nach Ihrem Tod kein Schwein mehr für Sie und Ihre Höchstleistungen. Wenn Sie auf ihrem Sterbebett liegen, werden Sie sich auch nicht denken: „Oh, hätte ich bloß mehr Zeit am Arbeitsplatz verbracht.“ Nein, sie werden an die Bücher denken, die Sie immer mal lesen wollte oder die Länder, die Sie mal bereisen wollten.

      Die 1-3% waren in der Tat einfach mal ganz pauschal genannt. Weit daneben lieg ich wohl nicht, wenn wir den absurden privaten Reichtum nehmen, der z.B. in Steuerparadisen heraumliegt. Sind so etwa 32 Billionen US Dollar, aber das hat für Sie bestimmt schon seine Richtigkeit.

      Natürlich sehen Sie die armen Leute nicht. Erstens, weil Sie diese nicht sehen wollen. Zweitens, weil Sie sich woanders aufhalten und drittens, weil Sie bei Armut gleich an irgendwelche indischen Kinder denken.

      Ich kann leider aus Zeitgründen nicht auf alles eingehen, aber wenn Sie anständige sozialversicherungspflichtige Jobs schaffen, bei denen keiner mehr als höchstens 40 Stunden (weniger wäre natürlich besser) in der Woche arbeitet und jeder mindestens 1500 Euro netto mit nach Hause nimmt, dann klatsche ich Ihnen Beifall !

  4. Übergewicht ist übrigens eher ein Merkmal armer und bildungsferner Bevölkerungsschichten, die nur den billigen Industriefraß in Massen in sich stopfen.

  5. Roger permalink

    „Wenn Sie auf ihrem Sterbebett liegen, werden Sie sich auch nicht denken: “Oh, hätte ich bloß mehr Zeit am Arbeitsplatz verbracht.” Nein, sie werden an die Bücher denken, die Sie immer mal lesen wollte oder die Länder, die Sie mal bereisen wollten.“
    Das sehe ich ganz genauso! Problem: Wo nehme ich das Geld für all die schönen Reisen her, die ich immer mal machen wollte? Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Und all die schönen Bücher sind im Übrigen auch „Höchstleistungen“, für die die Autoren zuvor Jahre ihrer kostbaren Lebenszeit aufgewendet haben (und dabei Qualen durchlitten haben müssen)…

    • Ja, das ist leider ein Problem. Die einen haben keine Zeit, die andere kein Geld. Allerdings kann man auch relativ günstig verreisen. Einige Länder kommen dann zwar nicht in Frage, aber Osteuropa, Asien oder Südamerika bieten zahlreiche Möglichkeiten.

      Ich glaube, dass es die wirklich guten Bücher wesentlich mehr dank Leidenschaft, Kreativität und Talent gibt, als dank Anstrengung und harter Arbeit. Das erinnert mich an eine interessante Aussage von Rammsteins Flake: https://ziegenhodensuppe.wordpress.com/2012/07/07/lust-statt-anstrengung/

  6. garlic221 permalink

    Ha Ha, was denn das für ein EU-Schreiberling?
    Hört endlich auf rumzuheulen! Im Vergleich zu den restlichen 99 % der Menschheit geht es uns hier verdammt gut.

    Euch ist hoffentlich allen bekannt, das die EU sogenannter Forumsschreiber eingestellt hat, um die EU überall zu loben. Einer davon schreibt gerade unter diesem Artikel.
    Grüße an den Roger und eine Frage noch. Wieviel bekommst Du für Deine Kommentare? Werdet ihr nach Wörtern oder nach Sätzen bezahlt.

    Kann ich die IP von diesem Typen bitte haben?

  7. garlic221 permalink

    Ziegenhodensuppe, bitte schreib mir die Zahlen. Nur zu analyse Zwecken. Ich schwöre!

  8. Roger permalink

    EU-Schreiberling? LOL

    Das Einzige, worüber ich mich aufrege, sind eure FIRST WORLD PROBLEMS. Denk mal drüber nach, Knoblauch…

  9. Roger permalink

    @garlic221: Du willst mich als gekauften EU-Schreiberling diffamieren, lässt aber selbst die Stasi raushängen („bitte gib mir die IP-Adresse“)? Ich würde lachen, wenn es nicht so traurig wäre…

    Nein, ich sitz weder in Brüssel noch im Bundestag. Und das ist auch ganz ehrlich alles meine eigene Meinung. Und ich krieg‘ auch kein Geld von irgendwem für irgendeinen Kommentar. Versprochen.

    Es würde dir übrigens in deiner Persönlichkeitsentwicklung weiterhelfen, dich auch mal mit Leuten zu umgeben, die keine dir gemeine stromlinienförmige Meinung vertreten. Nur mal so als Ratschlag. Erweitert den Horizont. Mit denen könntest du dann auch mal üben zu diskutieren. So mit Pro und Contra und so.

    Würdest du jetzt bitte meine Meinung akzeptieren? Danke.

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