Skip to content

Verkehrte Welt im TV

18. Februar 2013

Eigentlich hätte man gestern Abend etwas Anderes machen sollen als auf dem Sofa zu sitzen und fernzusehen. Schon der Tatort war alles anderes als sehenswert, aber danach wurde es in der ARD noch schlimmer, dank Günther Jauch, der sogar Raabs spätere Polit-Show in Punkto Qualität bei weitem unterbot. 

Günther Jauch erreichte gestern einen neuen Tiefpunk

Günther Jauch erreichte gestern einen neuen Tiefpunkt

Es ist natürlich keineswegs so, als wäre der Talk bei Pro 7 anspruchsvoll konzipiert. Nein, es gibt viel zu viele verschiedene Themen, die in eine Sendung hineingepresst werden, dazu ein albernes Voting, um den Zusehern Geld aus der Tasche zu ziehen und natürlich geht es auch nicht ohne Werbepausen. Thematisch kratzte man meistens an der Oberfläche, aber Stefan Raab präsentierte sich immerhin spontan, schlagfertig und auch überraschend gut vorbereitet. Das alles ist in der Summe für den anspruchsvollen Zuschauer am Ende wohl trotzdem kaum gut genug.

Dennoch machte Raab mit seiner Sendung am gestrigen Abend einen wesentlich besseren und sympathischeren Eindruck als der wieder einmal unterirdische Günther Jauch. Warum der nicht endlich in Altersteilzeit geht und nur noch „Wer wird Millionär?“ weitermacht, was für ihn sicherlich auch noch ein siebenstelliges Jahressalär bedeuten würde, ist mir ein Rätsel. Vielleicht ist es falscher Ehrgeiz, möglicherweise eine katastrophale Selbsteinschätzung. Talkshow-Gastgeberinnen Will, Maischberger und Illner werden auch nicht selten kritisiert, aber sie sind in ihrem Job alle deutlich besser als Jauch und haben sich nie so blamiert wie dieser gestern.

Natürlich hatte niemand Natascha Kampusch ins deutsche Fernsehen gezwungen. Es war ihre Entscheidung. „Verschleppt und misshandelt – Wie gelingt ein Leben danach?“ hieß die Sendung. Klingt wie ein RTL Titel und so gestaltete sich die einstündige Angelegenheit auch. Natascha Kampusch mit den Spielfilm-Ausschnitten ihrer Vergewaltigung durch den Entführer Wolfgang Priklopil zu konfrontieren und ihr erbärmliche Leser Kommentare aus dem Online-Bereich der Kronen Zeitung vorzulesen, waren die widerlichen Höhepunkte der Talkshow. So schlecht und peinlich, dass dagegen Raabs Sendung „Absolute Mehrheit“ schon fast wie anspruchsvolles Fernsehen aussah.

Vielleicht auch von Interesse:

Günther, lass es!

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: