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Filmtipp der Woche: Django Unchained

18. Januar 2013
Django

Django (Jamie Foxx) und Dr. Schultz (Christoph Waltz)

Wenn Regisseur Quentin Tarantino ein neues Werk abgedreht hat, setzt wohl bei fast jedem Filmfan schnell große Vorfreude ein. Enttäuscht wird man schließlich nie. Ganz sicher auch nicht bei „Django Unchained“, der seit gestern in den deutschen Kinos zu sehen ist und in dem Christoph Waltz mit Jamie Foxx auf Verbrecherjagd sowie auf die Suche nach einer Frau geht.

Viel ist im Vorfeld über diesen Film diskutiert worden. Regisseur Spike Lee sagte beispielsweise, er würde sich „Django Unchained“ nicht anschauen, weil das respektlos gegenüber seinen Vorfahren wäre. Seine Entscheidung, aber schon merkwürdig, einen Film zu beurteilen und zu kritisieren, den man gar nicht gesehen hat. Es war aber von vornherein absehbar, dass Tarantino für einen Western, der sich mit dem Thema Sklaverei auseinandersetzt, nicht wenig Kritik würde einstecken müssen. In wiefern diese in Teilen vielleicht berechtigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ansehen ist für Filmliebhaber Pflicht

Ansehen sollte man sich „Django Unchained“ aber, wenn man Filmliebhaber ist. Quentin Tarantino arbeitet handwerklich einfach makellos. Brutalen Bildern, die manchmal mehr schmerzen, wenn sie eigentlich gar nicht gezeigt werden, sollte man allerdings selbstverständlich nicht abgeneigt sein. Der vielleicht größte Regisseur unserer Zeit lässt das Blut immer mal wieder gerne spritzen, wie man es von ihm erwartet. Enttäuscht wird man auch nicht, wenn es um die Besetzung der einzelnen Rollen geht. Wie eigentlich immer, hat Tarantino auch dieses Mal alles richtig gemacht.

LeodiCaprio

Leonardo DiCaprio überzeugt in der Rolle des Calvin Candie

Christoph Waltz brilliert in seiner Rolle des Kopfgeldjägers Dr. Schultz aus Düsseldorf. Seine vorzügliche Leistung hat ihm auch schon wieder mehrere Auszeichnungen und Nominierungen in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ eingebracht. Die Kategorie ist allerdings die falsche. Wer über drei Viertel eines mehr als zweieinhalbstündigen Films mindestens gleichberechtigter Hauptdarsteller ist, den kann man eigentlich nicht zum Nebendarsteller degradieren, nur weil es einem (warum auch immer) besser in den Kram passt. Ohne Waltz wäre „Django Unchained“ jedenfalls wohl kaum so amüsant und unterhaltsam geworden.

Kein Meisterwerk wie Pulp Fiction

Jamie Foxx (Django) geht neben Waltz zwar nicht unter, aber der Österreicher trägt diesen Film in der ersten Hälfte zweifellos. In Nebenrollen überzeugen außerdem Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson. Wie gewohnt werde ich von der Geschichte nichts vorwegnehmen. Dafür fühlen sich andere zuständig, was ich wohl nie verstehen werde. Einräumen muss ich noch, dass „Django Unchained“ trotz seiner Qualität und Unterhaltsamkeit einige Längen aufweist. Statt 165 hätten es dieses Mal auch 135 Minuten getan, denke ich. Darüber hinaus habe ich einen sehr guten Tarantino-Film gesehen, der zu einem Meisterwerk wie „Pulp Fiction“ insgesamt aber doch ein ganzes Stück abfällt.

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14 Kommentare
  1. garlic221 permalink

    Wo bleiben denn die Rassismuskommentare? Ihr seid doch sonst so schnell damit.

    • Keine Ahnung, wer gemeint ist. Wenn man den Film aber diesbezüglich unter die Lupe nehmen möchte, wird man etwas Interessantes feststellen.

      • garlic221 permalink

        Aber es wird doch sehr oft das Wort „Negger“ im Film benutzt. Das ist für mich auf jeden Fall Rassismus und somit muss das Wort Nazi auch geschrieben werden. Vielleicht sollte man auch Hitler mit ins Spiel bringen und wenn wir schon bei Hitler sind, dann bitte auch die Juden.
        Am Besten den Film gleich auf den Index setzen. Oder nicht? Oder darf ich jetzt auch wieder Negerkuss sagen?

  2. Ohne Waltz wäre auch Ingloriuos Basterds nicht groß erwähnenswert gewesen. Django Unchained werde ich wohl nicht im Kino sehen. Wird halt der typische Tarantino-Stil sein. Fast schon langweilig….

    • Nö, langweilig ist der Film nicht. Allerdings fand ich Reservoir Dogs, Pulp Fiction und Jackie Brown insgesamt besser als Tarantinos letzte Filme.

  3. @garlic221: Hat bei Pulp Fiction oder Jackie Brown auch niemand verlangt, oder? Ansonsten spricht allerdings auch nichts gegen den Begriff Schokokuss.

    • garlic221 permalink

      Warum aber nicht Negerkuss?
      Unser Lehrer Doktor Specht zum Thema Negerkuss

      Quelle: öffentlicher Rundfunk. Ach, beim Thema Rundfunk, wie ist denn die Meinung von Ziegenhodensupper? Das würde dem Leser ja mal interessieren.

      • Es kann auch weiter gerne jeder „Negerkuss“ sagen, wenn er möchte. Stört mich nicht. Es gibt wahrlich wichtigere Probleme. Wenn man aber das Wort „Neger“ nicht mehr benutzt, ist es nur konsequent, „Negerkuss“ irgendwann auch zu ersetzen. Ein so schönes Wort ist es ja auch nicht, dass man es unbedingt weiternutzen muss, oder?

        Öffentlicher Rundfunk ist ein schwieriges Thema. Finde ich grundsätzlich nicht schlecht, weil das Privatfernsehen qualitativ noch deutlich schlechter ist. Die Zwangsgebühren finde ich allerdings sehr problematisch. Besonders, wenn damit Millionengehälter von Leuten wie Lanz und Jauch finanziert werden.

  4. garlic221 permalink

    Wer nun meint, daß schon der Gebrauch des Wortes “Rasse” im Zusammenhang mit Menschen “rassistisch” ist, der werfe einen Blick auf Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Darin heißt es unter anderem:

    “Niemand darf wegen…seiner Rasse…oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.”

  5. garlic221 permalink

    Danke für Deine Antwort und der freischaltung des YT-Videos! 🙂

    Gruß
    Garlic221

  6. garlic221 permalink

    Hier ist eine etwas andere Rezension (lat. recensio) über den Film. Vielleicht möchte die Ziegenhodensuppe mal über den Tellerrand schauen?

    -schreib mir gerne Deine Meinung an meine E-Mailadresse, sofern Du meinen Rezensionslink nicht posten möchtest, da das J Wort drin vorkommt.

    Beste Grüße
    Garlic

    https://schwertasblog.word

    • Ich habe den Link mal editiert, sodass er nicht funktioniert, aber jeder den Artikel finden kann, wenn er/sie unbedingt will. Die Zeit kann man aber besser verbringen. Findest Du solche Sätze nicht auch widerlich? „Daher sollten wir uns glücklich schätzen, daß Django Unchained so lang (mit 2 Stunden und 45 Minuten) und langweilig ist, daß er unüberwindliche Anforderungen an die durchschnittliche schwarze Aufmerksamkeitsspanne stellt.“

      Ich will auch gar nicht wissen, was sonst so in diesem Blog geschrieben wird. Tatsache ist, dass es sich bei Django Unchained um ein Kunstwerk handelt. Um einen Film, der nicht den Anspruch hat, historisch korrekt zu sein, sondern in erster Linie Menschen zu unterhalten. Von daher ist ein Großteil der Kritik schon ganz grundsätzlich einfach albern. Mir gehen auch sonst diese Über-Interpretationen von den verschiedensten Seiten auf den Sack. Der Film war zu lang und er war sicher nicht Tarantinos bester. Trotzdem hat er mich gut unterhalten. Technisch sehr gut gemacht, tolle Schauspieler, klasse Musik, usw. Darauf kommt es mir in erster Linie an. Bei einer Dokumentation sind natürlich anderen Dinge entscheidender, aber dies ist eben keine.

      Was anderes: Ich hatte zuletzt Probleme mit den Kommentaren. Einige sind verloren gegangen. Da war auch einer oder maximal zwei von Dir dabei, glaube ich. Sorry, war keine Absicht! Mittlerweile läuft aber alles wieder normal.

      • garlic221 permalink

        Der Artikel von der Netzseite Schwertas… sollte auch nur einen anderen Blick auf dem Film werfen. Weiterhin glaube ich nicht, das Filme nur als Unterhaltung dienen, für mich sind sie es jedenfalls nicht. Schaut man sich Blockbusteproduktionen aus Hollywood einmal genauer an, erkennt man die vielen Zeichen. Mal mehr, mal weniger. Und wem gehören diese ganzen Studions in Hollywood, sicherlich auch eine Frage die letztendlich mit dem J. Wort zu beantworten wäre. Ich lese gerade sehr viele Bücher die sich mit dem J. Wort beschäftigen und es ist für mich erschreckend wie tief die Wurzel hineintreibt.

        „Ich hatte zuletzt Probleme mit den Kommentaren. Einige sind verloren gegangen.“
        Liegt wohl daran, das ich Cookies immer Deaktiviert habe und Privoxy und all den anderen Kram mitlaufen habe. Kommt vor. Dennoch auch hier wieder, danke für die Veröffentlichung meines Kommentars.

        Gruß
        Garlic

      • Kommt auf den Film an. Bei Tarantino erwarte ich einfach einen Tarantino-Film. Gewalt, eine wenigstens etwas abgedrehte Story, sehr gute Schauspieler usw.

        Nichts zu danken. Bisher habe ich in 15 Monaten lediglich zwei Kommentare absichtlich nicht freigeschaltet, wenn man den Spam außen vor lässt. Der eine war lediglich eine kurz Beleidigung.

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