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Warum ist Merkel so beliebt?

4. Dezember 2012

Sollte ich wirklich etwas über den CDU Bundesparteitag schreiben? Eigentlich nicht nötig, aber jetzt habe ich das Thema schon angeschnitten. Also werde ich einfach ein paar Sätze darüber verlieren. Vor allem zu der Frage, warum Angela Merkel so beliebt ist.

Von den knapp 98% Zustimmung für Merkel bei ihrer Wiederwahl hat mit Sicherheit jeder schon gehört. Bei den mangelnden Alternativen innerhalb ihrer Partei sollte das niemanden verwundern. Der alte Gaul ist zwar nicht schön anzusehen, springt ungern höher als nötig und trabt immer nur stur in die gleiche Richtung, außer wenn Kurswechsel taktisch klug erscheinen (Stichwort Energiewende). Den jungen Fohlen traut man in der Partei aber noch viel weniger zu. Denken Sie nur an Kristina Schröder und Sie wissen warum. Echte Alternativen zur Kanzlerin, egal in welcher Altersklasse, sind einfach nicht in Sicht. Interessant ist und bleibt aber viel mehr die immer noch relativ große Beliebtheit von Merkel im ganzen Land.

Merkel23

Angela Merkel gut gelaunt, wie immer

Merkel an Position 1 der beliebtesten PolitikerInnen des Landes

Sicher flippt kaum jemand beim Thema Angela Merkel so aus wie offensichtlich nicht wenige Delegierte beim Parteitag der CDU. Beim Politbarometer im ZDF, bei dem die zehn wichtigsten PolitikerInnen des Landes auf einer Skala von +5 bis -5 bewertet werden, landet Merkel immer wieder auf Platz 1. Während Westerwelle oder Rösler im Minusbereich rum dümpeln, kam die Kanzlerin zuletzt auf +1.7. Die Leute scheinen ihr tatsächlich auch wirklich zu trauen. Vielleicht machen sie das, weil sie sich mit vielen Themen nur oberflächlich befassen.

In einem Land, in dem z.B. über 20% der Beschäftigten im Niedriglohnsektor arbeiten, in dem Millionen ohne Arbeit sind und in dem man vom Sparen redet, aber Demokratie- und Sozialabbau (europaweit) meint, fällt mir keine andere logische Erklärung ein. Es muss dennoch einen weiteren Grund dafür geben, dass Merkel nicht auf mehr Ablehnung stößt. Ich habe etwas länger überlegt, aber eigentlich liegt dieser auf der Hand. Schauen Sie sich einfach Merkels Vorgänger an und die aktuellen und ehemaligen Regierungschefs europäischer Länder. Na, was fällt auf?

Merkel vs. Kohl und Schröder

Richtig. Man muss schon wenigstens 45 Jahre alt sein, um sich an mehr als die beiden direkten Vorgänger Merkels erinnern zu können. Da hätten wir dann Helmut Kohl, den viele immer noch als „Kanzler der Einheit“ hoch einschätzen. Gleichzeitig aber auch eine Person, die innenpolitische Themen vernachlässigte, die berühmten Spendernamen mit ins Grab nehmen wird und nach dem Ende der aktiven politischen Laufbahn nur wie ein alter, verbitterter Mann wirkte. Ein Politiker, der sein Ehrenwort über Recht und Gesetze des Landes stellte, an dem können selbst viele CDU Anhänger wohl kaum ohne Bauchschmerzen zurückdenken.

Schröder

Foto: Gerhard Schröder / SPD-Schleswig-Holstein

Bei Gerhard Schröder sieht es nicht viel besser aus. „Medienkanzler“ und „Genosse der Bosse“ titelte man über ihn. Alles keine Übertreibungen, wie ich finde. Noch immer ist er stolz auf seine Agenda 2010, die für viele Menschen in Deutschland den sozialen Abstieg bedeutete. Er ging den anderen weg, nämlich hinauf zum Erdgasgiganten Gazprom, dessen Geschäftspraktiken mehr als umstritten sind. Einen peinlichen Auftritt hat jeder einmal, deshalb gehe ich auf die Elefantenrunde 2005 nicht auch noch ein. Bei all meiner Ablehnung ihrer Politik: Wenn es um den am wenigsten unsympathischen Kanzler der letzten 30 Jahre geht, dann ist es eine Frau.

WLAN praktisch ein Schnäppchen

Wenn man sich in Europa umschaut und an Leute wie Berlusconi, Sarkozy oder Viktor Orbán denkt, dann schneidet Merkel auch hier nicht besonders schlecht ab, so unglaublich traurig das auch ist. Ich denke, all das erklärt schon einiges… Und was gab´s denn bisher Interessantes bei diesem Parteitag? Nichts, soweit ich weiß. Ach, WLAN kostet bei dieser Veranstaltung übrigens 35 Euro pro Person. Viele Delegierte haben sich darüber aber nicht beschwert. Immerhin sollen ausreichend günstige Münzfernsprecher vorhanden sein und Telegramme konnte man ebenfalls zu fairen Konditionen aufgeben.

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From → Politik

One Comment
  1. garlic221 permalink

    Hier ein sehr informatives Bild zum 25.Parteitag.

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