Skip to content

Ein absurdes Theater

16. Oktober 2012

Wenig nervt mich beim Fußball mehr als Länderspiel-Pausen. Vor allem jene, die ein Wochenende beinhalten. Diese nehmen einem nicht nur die Möglichkeit am Samstag und Sonntag der Bundesliga, Premier League oder Primera División intensiv zu folgen. Nein, es wird auch meistens unendlich über nichtige Themen berichtet. 

Foto: Zlatan Ibrahimović / Кирилл Крыжановский

Die Problematik der viel zu vielen Länderspiele habe ich nun schon mehrfach thematisiert. Dieses könnte man mit einer Vor-Qualifikation lösen, wenn man wollte. Offensichtlich möchte man aber lieber weiterhin sinnlose Partien wie Deutschland-Färöer oder Italien-Malta unbedingt austragen. Da eine solche Qualifikation für Deutschland, wie auch für weitere große Nationen kein wirkliches Problem darstellt, gibt es zwei Konsequenzen: Erstens redet und schreibt man einen mittelmäßigen Gegner wie Schweden stark und macht Zlatan Ibrahimović zu einer Mischung aus Gerd Müller und Lionel Messi. Zweitens diskutiert man über allerlei Nebensächlichkeiten.

Natürlich ist Ibrahimović ein Weltklasse-Stürmer, allerdings niemand, der ständig aus dem Nichts alleine für Gefahr sorgt. Er braucht anständige Mitspieler, aber die hat er in der schwedischen Mannschaft nur sehr bedingt. Elmander oder Källström sind sicherlich keine schlechten Fußballer, aber insgesamt befinden sich die Skandinavier von einem spielerischen Format, welches das Team mit Kroos, Schweinsteiger, Reus und Özil auf den Platz bringt, sehr weit entfernt. Zum Ende der heutigen Partie könnte der junge, talentierte Alexander Kačaniklić vielleicht noch zum Einsatz kommen, aber wahrscheinlich eher um Erfahrung zu sammeln, als noch an einem Punktgewinn mitzuwirken.

Und schon wieder eine Pressekonferenz

Zlatan Ibrahimović kann also weder Wasser in Wein verwandeln, noch aus Surströmming Sushi machen und am Ende wird Deutschland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen. Also kann ich mich jetzt Punkt 2 widmen, den Nichtigkeiten. Joachim Löw hat vor einigen Tagen den Dortmunder Marcel Schmelzer ziemlich ungeschickt kritisiert. Löw sagte nichts Falsches, ließ sogar Schmelzers Frisur unter den Tisch fallen, war aber eben nur nicht so diplomatisch, wie man es erwartet. Anschließend wurde diese Kritik endlos diskutiert und mittlerweile hat der Mann, der Max Giermann so hervorragend parodiert (oder war es umgekehrt?), sich bereits mehrmals entschuldigt. Möglichkeiten gibt es heute ja genug. Im Rahmen von Länderspielen finden mittlerweile gefühlte drei bis vier Pressekonferenzen täglich statt.

Dann wäre da dieser Tage noch die halbherzige Kritik von Schweinsteiger und Lahm bezüglich der Stimmung während der EM. Die wäre schon einmal besser gewesen, war aber auch nicht wirklich schlecht. Blablabla. Was genau will man uns damit sagen? Man gibt Fans und Journalisten Gelegenheiten zur Spekulation. Mich interessant das Ganze nur leider zu wenig, um mich zu beteiligen. Warum klärt man so etwas nicht intern, frage ich mich lediglich? Junge Spieler auf der Bank dürfen auch mal enttäuscht sein, müssen sich aber hinten anstellen, sagte Lahm. Ja und nachts ist es kälter als draußen. Ob ihm da einer Zahnpasta an die Türklinke geschmiert, die Nutella aufgefressen und anschließend dreist einen Stammplatz gefordert hat? Keine Ahnung, aber ich freue mich, dass der Quatsch morgen ein Ende hat und vor uns ein Wochenende mit interessantem Fußball steht.

Lesen Sie auch:

Der Ball ist eckig und die Halbzeit geht 90 Minuten

Der Schwachsinn geht weiter

Hysterie im Profifußball

Advertisements

From → Medien, Sport

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: