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USA: Erstes Fernsehduell zeigt schwachen Obama

4. Oktober 2012

Heute morgen um 3.04 Uhr mitteleuropäischer Zeit begann in Denver das erste 90-minütige Fernsehduell zwischen Präsident Barack Obama und dem republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Zwei weitere Duelle werden folgen, aber ob die interessanter werden, ist zweifelhaft.

Natürlich lautet die Frage, die heute viele Menschen weltweit beschäftigt: Wer war der Sieger der letzten Nacht? Überraschenderweise kann man kaum behaupten, dass es Obama war. Der Präsident wirkte etwas nervös und fahrig, vor allem begnügte er sich mit einer defensiven Grundhaltung. Natürlich mag das auch dem Druck geschuldet sein, der auf ihm lastet, aber zu erwarten war das nicht. Romney dagegen nutzte tatsächlich seine gute Ausgangssituation. Wenn niemanden etwas von einem erwartet, ist es aber auch eben deutlich einfacher, positive Kritiken zu bekommen.

Foto: Kann Barack Obama bald die Beine wieder hochlegen? 
Foto-Quelle: The Official White House Photostream

Es ist aber nicht so, dass Mitt Romney keinen Unsinn erzählte, schließlich ist er Republikaner. Der in Detroit geborene Multi-Millionär ist von allen möglichen Dingen ein Fan, zum Beispiel findet er saubere Kohle toll, wie er sagte. Saubere Kohle.  Ja klar und ich mag übrigens vegetarisches Rindfleisch. Innen- und Wirtschaftspolitik waren die Hauptthemenkomplexe dieses ersten Duells. Zu weiten Teilen sehr zähe Monologe hatte das zur Folge. Es wurden sich insgesamt haufenweise Zahlen um die Ohren gehauen, so dass wahrscheinlich einige Millionen der Zuschauer schon bald nicht mehr folgen konnten oder wollten.

Romney hat sich sehr gegen den Vorwurf gewehrt, er würde Steuererleichterungen für Reiche anstreben. Anschließend fantasierte er allerdings von einem ausgeglichenen Budget durch Steuersenkungen für den Mittelstand. Natürlich kann man aus der Position des Herausforders viel kritisieren, aber ernsthafte Lösungsansätze besitzt Romney selbstverständlich nicht. Das neoliberale Dogma, nachdem sich der Staat immer schön zurückhalten soll und Unternehmer, wenn man die Steuern senkt, alles regeln, weil sie ja dann ganz viele neue Leute zu ziemlich schlecht sehr gut bezahlten Konditionen einstellen, findet er weiterhin ganz toll. Eine Theorie, die ja bekanntlich seit Jahren vorzüglich funktioniert. Genauso wenig in Nordamerika wie in Europa, möchte ich anmerken.

Als Romney sagte, dass er etwas ganz Neues probieren wollte, konnte Obama ein Lachen gerade noch unterdrücken. Völlig absurd war in der Diskussion über das Gesundheitssystem Romneys Standpunkt, dass private Unternehmen immer alles besser machen als der Staat. Ist klar. Wenn Unternehmen sich auf Kosten der Gesundheit von Menschen die Taschen vollmachen können, ist das eine fantastische Sache. Außer für die Kranken und jene ohne Versicherung. Später sagte er noch, dass Jobs wichtiger seien als die Gesundheit. Laut Romney hat(te) die USA aber das beste Gesundheitssystem der Welt. Gut, in der Liste der UN liegt das Land gerade auf Platz 37, aber Mitt weiß es besser.

Ob dieses Duell nun Romney wirklich wieder eine realistische Chance gibt, Obama zu schlagen? Ich glaube es nicht. Der Herausforder agierte wohl am oberen Limit, während der amtierende Präsident noch viel Luft nach oben hat. Auch hat Obama noch einige Trümpfe im Ärmel, die er in der ersten Sendung nicht nutzte. Zum Beispiel von den 47% zu sprechen, die ja sowieso ihn wählen würden, wie Romney abwertend vor kurzen sagte. Wenn man sieht, welche Staaten Romney eigentlich unbedingt gewinnen muss (Florida und Ohio), um überhaupt eine Chance zu haben, sieht es für ihn weiterhin nicht gut aus. Im übrigen darf man natürlich auch weiterhin die Frage stellen, ob nicht doch das hier die Wahrheit über den guten Mitt ist:

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From → Film + TV, Medien, Politik

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