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Zwei Männer, bei denen sich das Zuhören lohnt

27. September 2012

Ich schreibe gerne über nervige Diskussionen in Talkshows. Ich ärgere mich über Menschen, die immer das gleiche erzählen und eigentlich gar nichts zu sagen haben. Sie wissen, wen ich meine. Marie-Christine Ostermann zum Beispiel oder fast alle Politiker von CDU/CSU und FDP.  Es gibt aber auch Ausnahmen.

Am Freitag waren in der NDR Talkshow 3nach9 zwei dieser Ausnahmen zu Gast. Zum einen der großartige Schweizer Jean Ziegler, der ganz klar sagt, dass jeder Mensch, der heutzutage an Hunger stirbt, ermordet wird. Der unerträgliche Giovanni di Lorenzo kam mit Zieglers deutlichen Aussagen mehrmals nicht klar, wie Sie hier sehen können. Di Lorenzo hätte so gerne die Hauptschuld für Armut und Hunger in Afrika bei den dortigen Diktatoren gesehen, aber der Soziologe, Politiker und Autor ist diesbezüglich klar anderer Meinung. Traurig wie Ziegler am Ende abgewürgt wurde, weil man mit Peter Maffay reden musste, der wohl kaum auch nur annähernd so viel zu sagen hat(te).

Der zweite hochinteressante Gast in dieser Sendung war Roger Willemsen, dem ich immer gerne zuhöre. Hat man zwei Menschen von derartigem Format in der Sendung, könnte man insgesamt ein, zwei Personen weniger einladen, um ersteren mehr Zeit zu geben. Leider ist man beim NDR nicht so clever. Wir bräuchten aber definitiv mehr intelligente Menschen wie diese beiden im deutschen Fernsehen. Besonders sympathisch an Willemsen ist mir, dass er zu vielen verschiedenen Themen etwas zu sagen hat (Beispiel Afghanistan), wunderbare und auch skurrile Geschichten erzählen kann und man vorher nie weiß, was man in den nächsten Minuten zu hören und sehen bekommt.

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One Comment
  1. Ich schätze eigentlich Di Lorenzo, aber man muss immer wieder mal mit Abstrichen bei ihm leben. Gegen Ende der Sendung hatte ich z. B. zunehmend den Eindruck, dass er entweder völlig übermüdet oder ansatzweise betrunken oder beides war. Rakers hat dann auch spontan übernommen, nachdem Di Lorenzos Interview mit der Primatenforscherin aus dem Ruder zu laufen drohte, was ihm vorher schon mit Hirschhausen passiert war – nachdem Di Lorenzo ihn vorher in die Rolle der Ersatz-Bettina Wulff nötigte, indem er ihn ständig zu diesem Thema befragte, kam er betreffs seines Buches im wesentlichen nur auf Gurken zu sprechen. Ein paar peinliche Doppeldeutigkeiten und Ausrutscher scheint Di Lorenzo selbst gar nicht mehr bemerkt zu haben, so auch sein Einstieg bei der Primatenforscherin – nicht minder peinlich wie der Gurkenausstieg bei Hirschhausen.

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