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Zeitverschwendung?

23. August 2012

Wir reden oft von verschwendeter Zeit, doch wann kann man wirklich davon sprechen? Vorgestern Abend stellte ich mir einmal wieder diese Frage, als ich die unsägliche Talkshow „Menschen bei Maischberger“ sah. Als hätte ich es vorher geahnt (siehe letzen Beitrag), war diese ganz besonders schlimm.

Ich habe mit dem Kopf geschüttelt, ich habe mich geärgert und ich hätte diese Zeit bestimmt sinnvoller verbringen können, aber war sie deshalb gleich verschwendet? Immerhin waren Ulrich Schneider und Sahra Wagenknecht da, die im Gegensatz zu den anderen Gästen keine belanglosen Dinge oder sehr ärgerlichen Unsinn erzählten. Vielleicht habe ich sogar etwas gelernt. Zum Beispiel, dass Claudia Obert eine unglaublich nervige Frau ist und das es nichts bringt, mit derart unterschiedlichen Menschen zu diskutieren.

Diskussionen, bei denen Menschen mehr oder weniger ähnliche Meinungen vertreten, mögen auch nicht besonders ergiebig sein und außerdem langweilig, aber solche Gespräche wie am Dienstag in der ARD bringen gar nichts. Die mit Abstand verbohrteste Person war wenig überraschend Roger Köppel, der sich selbst am totalen Neoliberalismus aufgeilend, in der heutigen Zeit nicht wirklich ernst zu nehmen ist. Steuersenkungen hat der Mann tatsächlich wieder einmal vorgeschlagen. Einfach unglaublich. Wenn ich ihn mir noch einmal antue, dann nur nachdem ich das zum Abendessen hatte:

Wenn man sich für ein Thema interessiert, wird man darüber Texte und Bücher immer wieder lesen, auch wenn von einigen dann  im Nachhinein nichts Neues zu  erfahren war. Verschwendete Zeit? Ist es verschwendete Zeit, wenn man draußen im Café hockt und sich entspannt oder möglicherweise doch eher, wenn im Büro noch eine Stunde bis Feierabend absitzt, obwohl man eigentlich nichts mehr zu tun hat? Heute Abend werde ich mir das Europa League Qualifikations-Hinspiel zwischen Heart of Midlothian und Liverpool anschauen.  Sportlich ist sehr wenig zu erwarten und es würde absolut reichen, das Rückspiel zu gucken. Zeitverschwendung?

Zwischen Freizeit und Arbeit, zwischen zu wenig Schlaf und zu viel, zwischen Stress und Entspannen hat doch irgendwie alles seinen Platz. Stundenlang in einer viel zu heißen Disco zu schlechter Musik rumzuhopsen und viel zu viel Geld für Getränke auszugeben oder einen ganzen Nachmittag mit Shopping verbringen, das wird für mich immer wirklich verschwendete Zeit sein, aber das ist eben auch nur meine Meinung. Vielleicht ist es einfach manchmal gut, nicht viel nachzudenken und die Zeit an einem vorbeiziehen zu lassen, aber damit würde ich andererseits wirklich nicht Stunden verbringen wollen:

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4 Kommentare
  1. Im Grunde sind diese ganzen Talkshows nicht besser als Frauentausch: es werden möglichst konträre Meinungen eingeladen, dann wird auf ne temperamentvolle „Diskussion“ gehofft, die sich dann allerdings nur im Absondern der ewig gleichen Klischees erschöpft. Langweilig.

    • Ja, da ist was dran. Bei Frauentausch kann ich mich allerdings immer beherrschen, also was das Zuschauen angeht.

  2. Diesmal bin ich dem Desaster nicht entgangen. Das kann man in vier Wörtern zusammenfassen: Un—er—träg—lich! Diesem Bericht muss ich zugute halten, dass ernoch sehr zurückgenommen und verhalten mit der Maischberger-Diskussion umgegangen ist. Vaya Feuerwerk, wenn man mich dazu eingeladen hätte! Bei dem Schweizer Roger Köppel habe ich mich zum ersten Mal im Leben gefragt, ob der Slogan „Ausländer raus“ wirklich zu 100 Prozent falsch ist.

    • Also Köppel toppt meiner Meinung nach sogar noch Olaf Henkel und jeden FDP Politiker deutlich. Mehr muss ich dazu nicht schreiben, glaube ich.

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