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Murphy’s Football Law

19. August 2012

Oberflächlich definiert man Murphy’s Law mit „alles, was schiefgehen kann, geht auch schief.“ Wie so etwas im Fußball aussehen kann, durfte ich mir gestern anschauen. Dies gestaltete sich so schlimm, dass ich von 16 Uhr bis tief in die Nacht durchtrank und sogar auf mein Abendessen verzichtete.

Eigentlich begann alles ganz okay. Liverpool kontrollierte das lebhafte Spiel bei West Brom über 40 Minuten. Die beste Chance hatte mit Luis Suárez einer der talentiertesten Stürmer unserer Zeit, der einen Kopfball aus vier Metern aber über das Tor beförderte. Als wäre die letzte Saison nie zu Ende gegangen, wurde das prompt bestraft. Ausgerechnet der Ungar Zoltán Gera, der fußballerisch in seinen letzten Zügen liegt, knallte den Ball noch vor der Pause aus knapp 20 Metern einfach mal in den Winkel.


Was dann in der zweiten Hälfte passierte, war Comedy pur. Eine rote Karte gegen Agger und zwei Elfmeter für West Brom. Die Elfmeter kann man sogar geben, aber warum ist ein kleiner Schubser im Strafraum plötzlich ein Foul und eine rote Karte wert? Wenn Andy Carroll im Strafraum von einem Gegenspieler niedergerungen wird, hat das normalerweise keine Konsequenzen für den Gegner. Wenn Regeln so unterschiedlich ausgelegt werden, wird man dem Sport absolut nicht gerecht. Es ist auch wenig hilfreich, wenn man Arschlöcher wie Phil Dowd pfeifen lässt.

Phil Dowd ist übrigens der größte Fan von? Ja, von Liverpool sicher nicht, sondern von Phil Dowd. Ich finde, das trifft es schon recht gut. Dowd wichst übrigens nicht, weil er geil ist, sondern weil er sich selbst so geil findet. Dass er gestern absolut nicht unparteiisch war, zeigte sich am besten, als Bewegungslegastheniker Olsson in American Football Manier Suárez stoppte und es nicht einmal die gelbe Karte gab. Die Tatsache, dass ich Dowd als scheiße oute, darf man nicht für gleichbedeutend mit einer Entschuldigung für die 3-0 Niederlage halten. Wieder einmal war Liverpool nicht kreativ genug.

Lucas hatte seine Probleme in der ersten Partie nach langer Verletzungspause, was auch in Ordnung ist. Joe Allen dagegen zeigte sogar ein recht anständiges Debüt, Glen Johnson spielte zumindest offensiv okay, aber das war´s dann auch schon. Luis Suárez agierte eigentlich stark, hätte aber mindestens ein Tor machen müssen, eher zwei. Seine Chancenauswertung ist einfach nicht gut genug, was aber auch daran liegt, dass er sich die meisten Chancen selbst erarbeiten/herausspielen muss und es am Ende dann oft etwas an Konzentration, Kraft und Übersicht mangelt.

Vom dritten zentralen Mittelfeldmann, gestern war es Steven Gerrard, muss einfach viel mehr kommen. Gerrard mag nicht mehr der Spieler von vor vier, fünf Jahren sein, aber dann sollte man seine Aufgabe überdenken. Man könnte ihn vor Allen/Lucas oder auf rechts spielen lassen und von Defensivaufgaben weitestgehend befreien. Völlig enttäuschend waren mal wieder die Außen, wobei ich insbesondere hoffe, dass Downing sich schnell auf der Bank wiederfindet. Borini war auch schwach, aber es war seine erste Premier League Partie, während der englische Nationalspieler schon seit einem Jahr enttäuscht.

Für eine außerordentliche Dummheit sorgte auch Neu-Manager Brendan Rodgers, der Pflegefall Joe Cole auf die Bank setzte, zusammen mit Henderson, Shelvey und Adam, also drei zentralen Mittelfeldspielern. Dafür blieb kein Platz für Raheem Sterling, was man getrost als Witz bezeichnen kann, zumal von Anfang an so gut wie klar war, dass zumindest Adam nicht eingesetzt werden würde. Zu meiner Belustigung kam aber tatsächlich Joe Cole zum Einsatz. Nach knapp zehn Minuten hatte er sich dann aber wieder verletzt und musste vom Platz…

Wäre das nicht alles schon schlimm genug, so scheint nun doch Arsenal wieder Favorit im Ringen um eine Nuri Sahin Ausleihe sein. Kay von Times bezeichnete eben einen solchen Wechsel nach Liverpool in der vergangenen Woche schon als so gut wie perfekt. Genau so einen Spieler wie Sahin bräuchte diese Mannschaft dringend, zusammen mit einem weiteren Stürmer. Man sollte das verrückte gestrige Spiel nicht überbewerten. So ein Wahnsinn passiert selten, aber ohne weitere Verstärkungen wird man gegen Tottenham, Arsenal und vielleicht auch Newcastle im Kampf um Platz 4 kaum eine Chance haben.

Brendan Rodgers muss sich auch schnell überlegen, was er mit Andy Carroll macht. Entweder er versucht ihn die Mannschaft einzubauen und sein System der Spielweise Carrolls anzupassen oder er verkauft ihn und holt dafür einen Ersatz, der ihm spielerisch mehr zusagt. Die aktuelle Situation macht weder für den Verein, noch für den Spieler Sinn. Naja, vielleicht hat man mit dem marokkanischen Nationalspieler Oussama Assaidi, der vor einigen Tagen vom SC Heerenveen verpflichtet wurde, wenigstens einmal einen Glücksgriff getätigt. Wer weiß das schon? Ich weiß nur, dass man fast jeden Spieler auf Youtube gut aussehen lassen kann, aber eine größere Enttäuschung als Downing oder Cole kann er wiederum auch nicht werden:

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From → Sport

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