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Thomas Walde – die journalistische Müllhalde

24. Juli 2012

Manchmal gibt es Themen, über die ich eigentlich nichts schreiben möchte. Wenn die mich zwei Tage später allerdings immer noch ärgern, tue ich es doch. Das ist heute der Fall. Während das Sommerinterview mit Fipsi Rösler, aus wohl jedem bekannten Gründen ein großes Thema ist, hat mich viel mehr jenes mit Katja Kipping beschäftigt.

ZDF-Mann Thomas Walde, der so unwichtig ist, dass es über ihn nicht einmal einen Wikipedia Eintrag gibt, befragte/interviewte/verhörte (suchen Sie sich etwas aus) am Sonntag Katja Kipping. Wahrscheinlich war es mehr Waldes Abneigung gegen die Linkspartei an sich als gegen deren Bundesvorsitzende, aber das Ganze hatte mit kritischem Journalismus von Anfang an nichts zu tun. An tiefer gehenden inhaltlichen Diskussionen zeigte sich Walde für keinen Moment interessiert. Sein einziges Ziel in diesem als Interview getarnten Verhör war es, Kipping in die Enge zu treiben und schlecht aussehen zu lassen. Dass er selbst dabei wirkte wie ein tollwütiger Praktikant, der zuvor einen Liter Ochsenblut frühstückte, fiel ihm wahrscheinlich nicht auf.

Natürlich war zu Beginn erst wieder einmal der Bundesparteitag der Linken das Thema und die Rede Gregor Gysis. Dessen Worte von Hass innerhalb der Bundestagsfraktion seiner Partei machen viele Medien offensichtlich immer so noch geil wie einen 12-Jährigen, der seinen ersten Porno guckt. Ob in den Redaktionen bei diesen Worten noch etwas Anderes als Sabber in den Taschentüchern landete, weiß ich nicht. Noch einmal zur Erinnerung: Über eineinhalb Monate ist dieser Bundesparteitag mittlerweile her. „Warum hassen Linke einander?“ war dennoch die erste Frage Waldes. Dessen zweite lautete übrigens „Wo kommt der Hass her?“ Eigentlich muss man dazu nicht mehr sagen oder schreiben.

Ich will nun auch ganz bestimmt nicht das komplette Interview zerlegen, zumal sich jeder schließlich selbst ein Bild machen kann. Zum unterirdischen Stil Waldes vielleicht noch ein Satz: Es ist kaum vorstellbar, dass im ZDF ein führender Kopf einer anderen deutschen Partei, die im Bundestag sitzt oder der Bundespräsident so aggressiv angegangen wird, aber mit der Linken kann man es ja machen. Wie Kipping andauernd unterbrochen wurde und Walde ihre Antworten arrogant als nicht ausreichend oder genau genug titulierte, empfand ich auch als anstrengend.

Wie sehr Walde sich mit der deutschen Politik des Kaputtsparens von Griechenland identifiziert, zeigt sich schön ab Minute 6. Als Kipping sagt, man hätte dort zum Beispiel sehr gut bei den Rüstungsausgaben sparen können, interessiert ihn das kein bisschen. Er will ernsthaft hören, dass es richtig ist, die Sozialausgaben zurückzufahren, um ein kaputtes System zu retten. Er glaubt auch scheinbar tatsächlich, dass deutsche Arbeitnehmer für die Menschen in Griechenland haften. Im Angesicht der Tatsache, welche klare Agenda Walde hatte und was für ein Arschloch er ist, hat sich Kipping insgesamt übrigens ganz anständig geschlagen.

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24 Kommentare
  1. Ronny Riemen permalink

    „… wie einen 12-Jährigen, der seinen ersten Porno guckt.“

    Mit 12 Jahren habe ich mich in einsamen Stunden mit dem Faltposter der Zeitschrift Fernfahrer „beschäftigt“. The times, they are a changin.

  2. Theo permalink

    Habe gerade das Verhoer von „Herrn“ Roesler durch Walde gesehen.Ihr Kommentar passt exakt auch hier. Diese Figur hat sich wirklich als Arschloch geoutet. Ich frage mich, wie lange sich die Zuschauer diese miesen, als Interview getarnten egotrips noch bieten lassen wollen. Leider gibt es ja
    immer mehr von dieser Sorte, die glauben, sie seien wichtiger als ein Minister.

  3. Walde erinnert mich an einen Nazi Sturmbannführer, Frisur, Ton, Aussehen, Stock im Arsch. Hatte bestimmt einen Pfarrer als Babysitter.

  4. Walde ist für mich untragbar. Das ZDF sollte sich von ihm trennen. Ich bewundere die Politiker, die sich von ihm noch interwieven lassen.

  5. Lena Schneider permalink

    Vor wenigen Minuten habe ich ein Interview na ja eigentlich war es mehr ein Verhör zwischen Hr. Walde und Hr. Niebel gehört. Der anmaßende Ton, die fast schon freche Fragestellung und die dreisten Unterstellungen liesen mich nach dem Namen „Walde“ googeln. Dieser Mann ist meiner Ansicht nach untragbar (erst recht fürs ZDF). Obwohl mich Hr. Waldes Meinung zum Nazi-Verbot interessieren würde, werde ich direkt umschalten sollte ich ihn noch einmal sehen oder hören.

    • Walde verwechselt kritischen Journalismus mit aggressiven Fragen, deren Antworten er nicht einmal zuende hören möchte.

  6. Zarathustra permalink

    Nach meiner Einschätzung spielt sich Walde bei allen Politikern so auf. Er wirkt selbst bei einem Interview des eigenen politischen Gegners extrem unsympathisch. Aber ich finde das Walde insofern recht hat, dass Kipping ausweichend antwortet. Aber sein Umgang damit ist unhöflich.

  7. Peter Wandel permalink

    Der Walde wird einmal magenkrank, das ist dem Giftpilz ins Gesicht geschrieben. Ich halte auch nicht viel von ihm.

  8. gerd mueller permalink

    Wann werden wir dieses Armloch endlich los? Dass sich solche Egomanen auf unseren Öffentlichkeit rechtlichen Bildschirmen tummeln zeigt, dass dieses System keine Selbstreinigung mehr hat.

  9. gerd mueller permalink

    Walde ist halt das typische Beispiel für ein Mitglied der Journalist, das meint mit Respektlosigkeit und dummfrechem Auftreten Karriere zu machen.

  10. Hans Uebelhoer permalink

    Mit großer Erleichterung habe ich hier feststellen können, dass offenbar besagter Journalist nicht nur für mich ein Brechmittel ist. Ich bin fassungslos, wie er sich bei seinen Interview wie der Großinquisitor persönlich aufführt. Als Politiker würde ich jedes Interview mit ihm kategorisch ablehnen.

  11. Dieter K. permalink

    Thomas AROGANTWalde :
    Ich bin absolut auch der Meinung das sich das ZDF endlich von Ihm trennen sollte.
    So einen aroganten Fatzke gibts nicht nochmal.
    Es sollte sich kein Politiker, egal welcher Partei, von ihm interviewen lassen. !!!!!!

  12. In Zeiten von LeFloid und dem ARD-Kasper Rainald Becker, der gestern für ein schwaches Interview mit Angela Merkel verantwortlich war, muss ich Walde schon fast wieder loben. Ich bin immer noch kein Fan, aber sein Interview mit Gabriel war nicht so schlecht. Wenn sich jemand ständig einlullen lässt oder wie Becker im Fall Merkel, an tiefergehender Kritik kein Interesse hat, ist erst recht niemandem geholfen.

  13. Gerd Ulrich permalink

    Walde, sein neustes „Sommerinterview“: vom Stil her unverschämt, vom Inhalt her dumm, das herrschende Gefühl in ihm scheint Haß, der von seiner Arroganz noch unterstrichen wird. So etwas war in Zeiten mächtig, die keiner mehr wünscht. Könnte er nicht zu Donald Trump in die USA auswandern. Er würde dort so schön hinpassen. Nur schade, dass sich das ZDF auf ein solches Niveau begeben hat.
    G.U.

  14. Frank permalink

    Da0 die Gebührenzahler einen Quatschkopf wie Walde finanzieren müssen ist eien Sauerei. Dieser ungeschliffene Schwätzer stellt Fragen und wartet keine Antwort ab

  15. Thomas permalink

    Auch am 24.07.2016 ein ähnliches „Interview“ mit Sarah Wagenknecht durch Thomas Walde, die journalistische Luftpumpe!

  16. Katz permalink

    das Sommerinterview mit Sahra Wagenknecht war unerträglich. Nichts gegen kritischen Journalismus, wir können froh sein, dass der bei uns möglich ist. Aber Waldes unhöfliche und voreingenommene Art, mit Politikerinnen umzugehen, die nicht in sein vorgefasstes Weltbild passen, ist nur einfach frech und für Gebührenzahler nicht hinnehmbar.

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