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Glaubt sie das wirklich?

16. Juli 2012

Viele Menschen sagen die Dinge, die man von ihnen erwartet. Sie sagen das, was möglichst wenig streitbar ist oder etwas, was so gut es geht, niemanden verletzt. Ehrlichkeit ist auch nicht immer zwangsläufig die bessere Alternative, aber gestern Abend hatte ich ein komisches Gefühl. Ich sah das Interview mit der albernsten Winkerin und der peinlichsten Jubelerin unserer Zeit, der Kanzlerin.

Es ist natürlich weniger als zweitrangig, dass sie so blöd winkt und so bescheuert jubelt und viel wichtiger, was sie sagt und tut. Vieles davon halte ich für schlecht und falsch, aber vielleicht noch verheerender ist, dass ich das Gefühl habe, ihr nichts wirklich glauben zu können. Nach all den überschrittenen Linien, den Pseudo-Maßnahmen im Finanzsektor usw. wohl kaum ein Wunder. Gestern gab es selbstverständlich nichts Neues, aber was auch immer sie in manchen Bereichen gesagt hätte: Positives und von der Normalität abweichendes hätte ich noch mehr angezweifelt als alles andere.

Eine andere Frage ist: Glaubt sie eigentlich selbst wirklich, was sie erzählt? Heute verteidigte sie wieder einmal die Spardiktate und das Schrumpfen der Volkswirtschaften von Krisenländern. Es komme darauf an die Dinge nachhaltig zu betrachten, sagte sie. Wie wahr, wie wahr. Tut man das, kann man allerdings zu einem anderen Schluss kommen. Zum Beispiel zu dem, dass hier ein krankes System mit völlig unsozialen Maßnahmen am Leben gehalten wird. Oder natürlich auch zu dem Schluss, dass das Leben nicht weniger Menschen nachhaltig zerstört wird.

Der Privatbesitz weniger steigt jeden Tag weiter, Million für Million. In Europa gibt es über drei Millionen US-Dollar Millionäre und allein die reichsten zehn Deutsche besitzen über 120 Milliarden. Trotzdem erzählt man uns, dass es unumgänglich ist, hunderttausende Personen in diesem Kontinent in die Armut zu treiben. Ja, ja, eine Rentnerin kann eben nicht damit drohen, das Land oder den Kontinent zu verlassen und Merkel und Co. hiermit zu erpressen. Und so fühlt sich die Kanzlerin gezwungen, uns weiter ihre Lügen zu erzählen. Schlicht, weil sie keine Ahnung hat, wie sie die Probleme Europas wirklich nachhaltig in den Griff bekommen könnte und auch nicht den Mut, dieses überhaupt in Erwägung zu ziehen.

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From → Politik

2 Kommentare
  1. „Und so fühlt sich die Kanzlerin gezwungen, uns weiter ihre Lügen zu erzählen. Schlicht, weil sie keine Ahnung hat, wie sie die Probleme Europas wirklich nachhaltig in den Griff bekommen könnte und auch nicht den Mut, dieses überhaupt in Erwägung zu ziehen.“

    Und wnen sie gar nicht lügt? Und wenn sie jeden Mut der Welt hat und genau das tut, was im Fahrplan steht?

    Angeblich soll ja, wenn die Beliebtheit der Jubelscheuche über 70 Prozent steigt (also nächste Woche) im ganzen deutschsprachigen Internet eine ganz neue Farbtabelle eingeführt werden. Man weiss es nicht …

    • Diese Umfragewerte finde ich seit langem ziemlich verwunderlich. Zur Farbtabelle fällt mir jetzt wirklich nichts (mehr) ein,

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