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Aprilscherz am 1. Mai: Roy Hodgson neuer England Trainer

1. Mai 2012

Wenn einem die englische Fußballnationalmannschaft am Herzen liegt, dann ist heute ein trauriger Tag. Ich habe mittlerweile kaum noch etwas für Fußballnationalteams übrig, aber zu diesem Lacher muss ich doch kurz etwas schreiben. Roy Hodgson als neuer Trainer Englands ist ein Witz und ich würde diesen niemals glauben, wäre heute der 1. April, anstatt der 1. Mai.

Die Gerüchte der letzten Tage nahm ich nicht wirklich ernst. Roy Hodgson? Nein, so dumm kann doch selbst der englische Verband FA nicht sein. Offensichtlich kann er es doch. Eigentlich galt seit Monaten Harry Redknapp (Tottenham) als Favorit auf diesen prestigeträchtigen Posten, aber heute ist dann in der Tat offiziell Roy Hodgson vorgestellt worden.

All das passiert nur 16 Monate nachdem der Engländer beim Liverpool FC auf erbärmlichste Art und Weise gescheitert war. Kaum zu fassen. Roy Hodgson war in seiner Trainerkarriere immer jemand, der bei kleinen Clubs oder Nationen anständige Ergebnisse erzielen konnte, wie z.B. bei Fulham. Dort lässt er dann destruktiven Fußball spielen und kann eventuell über eine starke Defensive zu anständigen Resultaten kommen. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Hodgson ist bereits seit 1976 Trainer, hat in diesen dreieinhalb Jahrzehnten aber lediglich zwei große Clubs im sportlichen Bereich geführt. Bei Inter Mailand hatte man nach eineinhalb Spielzeiten die Nase voll von ihm, bei Liverpool FC, einem Verein, der normalerweise seine Trainer sehr lange beschäftigt, schaffte er keine ganze Saison. All das hat die FA nicht abgeschreckt? Schaute man sich dort die Spiele seiner Teams überhaupt vernünftig an?

Für einen großen Club oder eine große Fußballnation mit den entsprechenden Zielen, ist er gänzlich ungeeignet. Zum einen kann man mit Spielern wie Steven Gerrard, Frank Lampard, Ashley Young, Adam Johnson oder Wayne Rooney auf Dauer keinen Defensivfußball spielen. Zum anderen stellt sich die Frage, wie diese Stars ihn nach seinem Debakel in Liverpool respektieren sollen?

Ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass man unumgänglich jemanden braucht, der das Etikett „moderner Trainer“ allerorts angeheftet bekommt. Hodgson allerdings ist eben das genaue Gegenteil. Ein altmodischer Trainer, mit einem langweiligen Spielsystem, 0 Charisma und ohne jeglichen Beweis, dass er unter ganz großem Druck erfolgreich arbeiten kann.

Als langjähriger Liverpool Fan habe ich nie einen Trainer erlebt, der dermaßen deplatziert und überfordert war. In dem halben Jahr unter seiner Führung verging mir die Vorfreude auf Spiele meines Vereins fast völlig. Seine Pressekonferenzen waren nicht selten von Peinlichkeiten gekennzeichnet, aber das traurigste war natürlich, wie die Mannschaft unter ihm spielte. Ohne Kreativität und ohne den Willen, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen.

Im September 2010 schied Liverpool im Carling Cup zuhause gegen das unterklassige Team von Northampton aus. Trotz einiger sehr erfahrener Spieler auf dem Platz, schob Hodgson die Niederlage indirekt dem erst 19-jährigen Spanier Daniel Pacheco maßgeblich in die Schuhe. Pacheco spielte von dieser Partie an so gut wie keine Rolle mehr. Absolut das Gegenteil von dem, wie ein Jürgen Klopp mit einem Nachwuchstalent umgehen würde.

Einen knappen Monat später unterlag seine Mannschaft mit 2-0 beim Rivalen Everton FC. Hodgson fiel nichts besseres ein, als die enttäuschende Leistung und die Niederlage schön zu reden. Nicht lange dauerte es, bis der erfolgreichste Verein Englands den Abstiegsrängen verdammt nahe war. Der Rest dürfte den meisten bekannt sein. Kenny Dalglish übernahm im Januar 2011 zur Erleichterung aller und führte die Mannschaft mit einer guten Rückrunde immerhin noch auf den sechsten Tabellenplatz.

Sollte die englische Nationalmannschaft wider Erwarten in den kommenden Jahren doch Erfolg haben, dann sicher nicht wegen, sondern trotz Roy Hodgson. Zockern mit ein wenig finanziellen Reserven kann ich aber nur empfehlen, viel Geld auf eine vorzeitige Entlassung dieses Mannes zu setzen. Vielleicht schon nach der EM. Die Quote dürfte nicht astronomisch hoch sein, die Gewinnerwartung ist es allerdings. Es sei denn, dass Wettbüro geht pleite…

From → Sport

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