Zum Inhalt springen

ZAPP, Barcelona und die Eisbären

25. April 2012

Kann sich noch jemand an meinen Jubel-Beitrag aus dem letzten Monat über den grandiosen Innenminister dieses Landes erinnern? Niemand? Kein Problem. Den musste ich gerade selbst noch einmal lesen. Hier kann das jeder andere auch gerne tun. Heute ab 23.20 Uhr gibt es bei ZAPP im NDR neues über Friedrich. Das Thema heißt „Erklärungsnot: Minister Friedrich und die „Bild“ – Der Innenminister hat nun eingeräumt, dass die viel diskutierte Muslim-Studie vorab an die „Bild“ ging, die daraus eine „Schock-Studie“ machte. Strategie oder Panne?“ Die weiteren Themen klingen auch nicht uninteressant. Den Überblick gibt es natürlich auf der Homepage der Sendung.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass der FC Barcelona tatsächlich gestern im Champions League Halbfinale ausgeschieden ist. Irgendetwas stimmt mit dem Fußball nicht. Sonntag dominierte Liverpool FC zuhause West Brom. Bei 0-0 traf man den Pfosten und die Latte, aus dem Nichts kassierte man das 0-1. Das war auch der Endstand. Über zwei Spiele hat Barcelona Chelsea noch viel deutlicher dominiert. Viele Teams spielen heutzutage ein 4-2-3-1 System, die Katalanen gestern mit 3-3-4 gegen ein 10(9)-0-0. Und was kam am Ende dabei heraus? Ein 2-2, nicht zu fassen.

Am schlimmsten finde ich nicht, dass es Barca nicht geschafft hat, sondern dass wir nun Chelsea im Finale ertragen müssen, falls wir überhaupt einschalten. Die ganze unbeschreibliche Destruktivität Chelseas, Drogbas vor allem im Hinspiel lächerliche Schauspieleinlagen, Terrys dummes und dreckiges Foul und die immense Portion Glück, all das wird am Ende auch noch mit einer Finalteilnahme belohnt. Wahrhaft traurig für den Fußball.

Vorwürfe muss sich Barcelona aber auch mit Sicherheit gefallen lassen. Einen Elfmeter muss man nicht so risikoreich schießen, dass er an die Latte knallt. Bevor Messi antrat, murmelte ich vor mich hin: „Gib den Ball Xavi, gib den Ball Xavi.“ Irgendwie ist der kleine, großartige Argentinier momentan in einem kleinen Tief. Tat er natürlich nicht, also den Ball weitergeben, aber warum dieses Risiko beim Schuss? Hätte er verwandelt, wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Aus für Chelsea gewesen. Dazu kam nach Latten- und Pfostenschuss im Hinspiel, ein weiterer Treffer ans Aluminium…

Allerdings habe ich mich auch gefragt, warum Pedro nicht spielte. 67 Minuten Cuenca und dann Tello, aber keine Sekunde Pedro. Ich verstehe es nicht. Es kann auch nicht sein, dass eine offensiv so grandiose Mannschaft sich in der Defensive so fahrlässig präsentiert. Die beiden ersten Gegentore waren simpel herausgespielt und jeweils nicht unhaltbar, zudem gelang es Torhüter Victor Valdes auch noch Mitspieler Gerard Piqué umzuspringen und damit auszuschalten. Ebenjenen Piqué, den Barca am Ende im Sturmzentrum gut hätte gebrauchen können. Da stellt sich die nächste Frage: Wo ist der großgewachsene Mittelstürmer, den man in den letzten 15 Minuten mit Flanken versorgen könnte? Peter Crouch versauert derweil bei Stoke City.

Tja und wie wäre es grundsätzlich einmal damit, Bälle von außen in den Strafraum zu bringen? Es ist ja schön und gut, dass Barca selbst auf engstem Raum immer mal wieder eine Lücke im Zentrum findet, aber da kann sich ein Gegner gut drauf einstellen. Chelsea hat das getan. Selbst wenn man die Kopfballduelle nur selten gewinnen würde, kann man mit Flanken jede Abwehr in ihrer Organisation vor Probleme stellen. Oder warum den Ball von außen nicht einfach mal „blind“ hart und flach in den Strafraum dreschen? Das mag der Verliebtheit in die eigenen grandiosen Kombinationskünste widersprechen, aber ein wenig Variabilität kann doch nicht wirklich schaden, wenn es nicht wie gewohnt läuft. Pep Guardiola versteht sicher viel, viel mehr von Fußball als ich, aber eine gewisse Sturheit muss man ihm einfach anlasten.

Ein gute sportliche Nachricht gab es gestern aber auch. Die Eisbären Berlin wurden gegen die Mannheimer Adler deutscher Eishockey-Meister. Mit 3-1 siegten sie vor eigenem Publikum nach 0-1 Rückstand im entscheidenden fünften Endspiel. Sensationell war aber vor allem das vierte Finale. 14 Minuten vor dem Ende waren sie so gut wie geschlagen, 5-2 führte Mannheim. Berlin traf dreimal in nur etwas mehr als sieben Minuten und siegte mit 6-5 in der Verlängerung. All das schafften die Eisbären ohne drei ihrer besten Stürmer. Dafür gebührt ihnen ein großes Kompliment. Glückwunsch und Halleluja Berlin!

5 Kommentare
  1. Madmax permalink

    über beide spiele sind viele dinge für chelsea gelaufen. das war glück und wirklich auch ein bisschen die mangelnden ideen von barcelona. warum pedro nicht gespielt hat, hat mich auch gewundert. am ende gewinnt das finale hoffentlich der sieger des heutigen spiels.

  2. Ich mache mir das mal ganz einfach ausnahmsweise: Erinnert sich jemand an Herrn Ovebro und die nicht gegebenen fünf Elfmeter für Chelsea gegen Barcelona vor ein paarJahren, den Raub im Halbfinale? – Nun, jetzt stimmt die Bilanz wieder, alles fein.

    • An fünf erinnere ich mich zwar nicht, aber solange Chelsea das Finale verliert, ist zwar nicht alles fein, aber ich kann mich dann damit anfreunden. Vor allem, wenn der Gegner nicht Bayern heißt…

      • Der Gegner heisst nicht Bayern – aber ab jetzt muss ich mich darauf konzentrieren, die Torschützen einzuteilen. 😉

  3. Dann viel Spaß dabei!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: