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Schmerzhafte Fehler oder wie Bobby geopfert wurde

6. April 2012

Jeder macht Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, Fehler jeder Art, ich auch. Jeder vergisst mal ein Wort oder ein Komma oder setzt eines zu viel (da bin ich auch alles andere als perfekt) oder oder oder. Diese Dinge passieren und stellen eigentlich kein Problem da, aber es gibt Fehler, die mich immer wieder nerven. Der „Deppenapostroph“ treibt mich manchmal fast in den Wahnsinn, mittlerweile findet er sogar schon bei der Pluralbildung immer öfter Verwendung. Hier hat sich eine Dynamik entwickelt, die offensichtlich nicht mehr zu stoppen ist. Wenn jemand statt „Fans“ etwa „Fan´s“ schreibt, bin ich wirklich der Verzweiflung nahe. Champion der Absurdität sind aber die so geschriebenen Wörter: „link´s“ und „recht´s“. Was geht in Menschen bloß vor, wenn sie so etwas machen?

Etwas wie „Tante Erna´s Pommesbude“, selbst wenn sich viele eventuell schon daran gewöhnt haben, tut mir aber auch immer noch weh und in meiner Straße gibt es zum Beispiel „Wolfram´s Fahrschule“. Warum hat Wolfram dieses Schild mit dem falschen Apostroph nur geordert? Und warum hat ihn der Fabrikant nicht auf diesen Fehler aufmerksam gemacht oder eigenständig den Apostroph einfach weggelassen? Warum machen mindestens zwei Menschen einen völlig unnötigen und dummen Fehler? Außerdem macht dieser ja sogar dem Fabrikanten mehr Arbeit und Wolfram muss eventuell sogar mehr dafür zahlen. Mmh, vielleicht ist es eine Verschwörung der Schildermacher, weil sie für das überflüssige Zeichen ein paar Euro extra kassieren? Ja, das könnte es sein. Ich verspreche, ich bleibe an der Sache dran.

Als Eishockey- und Fußballfan finde ich auch immer wieder bemerkenswert, wie viele Spielernamen allenthalben falsch geschrieben werden. Bei mir heißt es immer „Luis Suárez“ anstatt „Luis Suarez“, aber das erwarte ich sonst von niemanden. Erwarten kann ich doch sehr wohl, dass man Namen nicht nach Gutdünken schreibt. Am Dienstag war im ZDF Videotext zu lesen, Real Madrid würde im Champions League Spiel gegen Nikosia Xavi Alonso eine Pause geben. Ein Xavi spielt zwar bei Barca, aber der zentrale Mittelfeldspieler der spanischen Hauptstädter heißt immer noch Xabi Alonso. Der ehemalige finnische Weltklasseverteidiger Liverpools und aktuelle Cheftrainer von Bayer Leverkusen heißt Hyypiä, Sami Hyypiä und nicht Hyppiä, schon gar nicht Sammy.

Letztens sah ich sogar, wie der DEG Torhüter Bobby Goepfert, wahrscheinlich per Auto-Rechtschreibkorrektur, (zu Bobby) Geopfert wurde. Peinlich, peinlich. Nordamerikaner haben beispielsweise große Probleme mit den bei uns sehr geläufigen Buchstabenkombinationen „ei“ und „ie“. So ist der Name des schweizerischen Eishockeyspielers Nino Niederreiter für viele ein unüberwindbares Hindernis. Bedenklich ist allerdings die Tatsache, dass sowohl Journalisten als auch Fans, sich online befinden, wenn sie ihre Artikel, Berichte oder Kommentare schreiben. Dort gibt es einen Suchdienst namens Google. Es dauert keine 10 Sekunden, bis man darüber die richtige Schreibweise eines Namens gefunden hat.

Am besten sind natürlich noch die Leute, denen das völlig egal ist. Die schreiben ein Wort, einen Namen oder was auch immer, wie es ihnen gefällt und setzen ein „(sp?) dahinter, wobei „sp?“ für Spelling steht. Will heißen, dass sich der Autor nicht sicher ist, wie das jeweilige Wort geschrieben wird. Wie kann man nur so faul sein? Vielleicht mal auf englisch: „You´re fucking online, look it up you lazy cunt.“ Wenn ich einen Namen wie „Cammalleri“ sehe, merke ich mir, zwei „m“, zwei „l“ und schreibe den Namen von da an ohne Nachzusehen immer richtig. Ist das so schwierig?

Ein Klassiker in der Eishockeywelt ist mittlerweile auch der Name „Weber“. Mit dem Schweizer Yannick von meinen Montreal Canadiens, dem Kanadier Shea von den Nashville Predators und dem Amerikaner Mike Weber von den Buffalo Sabres befinden sich aktuell drei Spieler mit diesem Namen in der NHL. Lustigerweise sind alle drei Verteidiger, aber das nur nebenbei. Trotzdem verhindern sie gemeinsam nicht, dass Menschen „Webber“ schreiben. Einen Webber gibt es zwar in der Formel 1, aber nicht in der NHL. Wer möchte, dass ich einem Sport-Artikel oder Kommentar ernsthafte Beachtung schenke, der sollte diese Dinge einfach hinbekommen.

Zum Schluss noch eine andere Sache: Falls sich jemand ärgert, dass er/sie den Film „Hunger“ verpasst hat, ist das nicht weiter schlimm. Arte wiederholt diesen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

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4 Kommentare
  1. bravo56 permalink

    Deine Empörung teile ich.
    Aber es ist auch lustig, dass Du Dich – zurecht – über die Faulheit mancher Leute aufregst, sich in alle Kürze über eine richtige Schreibweise zu informieren, aber selbst das Beispiel von „Wolfram’s Fahrschule“ lang und breit verreisst. In dem Video wird erklärt, dass genau das auf Werbeschildern draussen so geschrieben werden darf (auch wenns in den Augen weh tut). Wenn Wolfram dann einen Flyer für seine Fahrschule drucken lässt, muss er sie dann „Wolframs Fahrschule“ nennen? Also ohne Deppenapostroph. Und es heisst DER Apostroph! (Wenn ich schon mal beim Korinthenkacken bin)

    • Danke für den Hinweis. War ja klar, dass ich hier einen Fehler mache. Natürlich der Apostroph oder das Auslassungszeichen, aber trotzdem muss es „Wolframs Fahrschule“ heißen, ohne Apostroph. Hier geht es ja nicht um bessere Lesbarkeit oder ein besseres Verständnis wie bei dem Beispiel mit Andrea/Andreas.

  2. bravo56 permalink

    Ok, ich gebe Dir recht. Wolfram muss sein Schild umgestalten. Wobei ich aber glaube, dass „Andrea’s Nähstübchen“ nur statt „Anderas Nähstübchen“ geschrieben werden kann. Das Nähstübchen von Andreas kann nur „Andreas‘ Nähstübchen“ sein. Wer Verständnisprobleme mit dem Genitiv hat, dem hilft auch eine komische Schreibweise nicht.

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