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Das Sziget Festival und eine kleine Liebeserklärung an Budapest

31. März 2012

Ich habe den großen Reiz von Musik-Festivals nie ganz nachvollziehen können. Tagelang tausende schwitzende und auch nicht selten stinkende Menschen um einen herum, unbequem im Zelt schlafen, relativ viel Geld ausgeben, keine Ruhe und das alles für ein paar Bands, die man mag. Klar gibt es noch andere positive Punkte, aber mich hat das insgesamt nie richtig überzeugt. Eine Ausnahme ist das Sziget Festival in Budapest, bei dem ich bisher dreimal war und immer jede Menge Spaß hatte, was allerdings auch daran lag, dass ich nicht auf dem Gelände übernachtet habe. Eingefleischte Festivalgänger werden das belächeln. Ist mir aber ziemlich egal.

Von Nachmittag bis in den späten Abend oder in die Nacht auf dem Sziget Festival zu sein, dann aber irgendwann in einem anständigen Bett bis Mittag in Ruhe schlafen zu können, mag faul und etwas langweilig klingen, ist aber für mich die angenehmste Variante. Was ist aber eigentlich so gut an diesem Festival? Vor allem, dass die Insel („Sziget“ auf Ungarisch, daher natürlich auch der Name) allgemein eine prima Location ist, verbunden mit der Tatsache, dass man von dort schnell das Zentrum Budapests erreicht und so eben auch viele andere Möglichkeiten hat, seine Zeit zu verbringen. Hiermit hat die Óbudai-Insel einen unschätzbaren Vorteil zu vielen anderen Festivals. Wo soll man schon mal schnell hingehen oder hinfahren, wenn man seine Zeit bei „Rock am Ring“ verbringt und für ein paar Stunden mal keinen Bock auf Musik hat?

So sehr die politische Lage in Ungarn mir auch Sorgen macht, so sehr kann ich die Stadt, besonders im Sommer, immer noch empfehlen. Außer Paris habe ich bisher keine EU-Hauptstadt kennengelernt, die ich so sehr mag wie Budapest. Ich war zwar noch längst nicht in allen, schließe aber beispielsweise auch London in diese Aussage ein. Schöne Frauen, viele Orte, an denen man abends (auch draußen) in angenehmer Atmosphäre ein paar Bier trinken kann, anständige Restaurants und natürlich die Donau mit ihren Brücken und die Burg, die besonders im Dunkeln immer einen wunderschönen Anblick bieten. Wenn man sich ein wenig auskennt und nicht auf die üblichen Touristenfallen hereinfällt, muss man dabei auch nicht unbedingt viel Geld ausgeben.

Ich bin einmal abends stundenlang durch die Stadt gegangen. Immer wieder über die verschiedenen Brücken. Habe den Blick auf die Stadt genossen, dazu Musik gehört und Bier getrunken. Alles ganz allein und trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb war es ein entspannter, sehr schöner Abend. Ich gehe auch gerne zuhause in Düsseldorf am Rhein spazieren, aber in Budapest an der Donau ist es ehrlicherweise ungleich schöner. Ich lebe übrigens alles andere als ungern in Düsseldorf, aber ich weiß nicht, ob ich die Stadt an sich merklich vermissen würde, sollte ich einmal wegziehen. Budapest vermisse ich immer, wenn ich länger als ein halbes Jahr nicht da war.

Auf dem Sziget Festival habe ich über die Jahre auch wirklich einige gute Bands gesehen. Die „Bloodhound Gang“ sind nicht meine allergrößten, musikalischen Lieblinge, aber als unterhaltsam muss man sie unbedingt bezeichnen. Am besten war es dennoch dort wieder einmal bei „Serj Tankian„, aber „Goran Bregović“ mit seiner „Wedding & Funeral Band“ will ich auch nicht vergessen. In diesem Jahr sind sie auch wieder mit von der Partie, zudem mit den „Beatsteaks“ und „Viza“ zwei für mich weitere sehr interessante Bands. Vor allem auf „Viza„, den extrem vielseitigen, armenisch-russisch-griechischen Kaliforniern hätte ich besonders große Lust.

Das Sziget wurde im letzten Jahr übrigens als bestes, großes Festival in Europa ausgezeichnet. In diesem Jahr findet es zwischen dem 6. und dem 13. August statt. Zur offiziellen Internetseite der Veranstaltung geht es hier, eine Programmübersicht, sowie eine Liste der bisher feststehenden Künstler findet man hier.

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  1. Viza in Köln « Ziegenhodensuppe           

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