Skip to content

Gemischtes am Dienstag

13. März 2012

Gestern habe ich es nun doch getan. Nein, ich habe keine transparente Plastikfolie im Baumarkt gekauft, ich habe vor „Schlacht um Algier“ David Finchers „The Girl with the Dragon Tattoo“ gesehen und es war ein Fehler. Das schwedische Original „Män som hatar kvinnor“ (beide heißen auf deutsch „Verblendung“, wie auch der Roman von Stieg Larsson) hat mir deutlich besser gefallen. Über den Vergleich der beiden Hauptdarstellerinnen gibt es unzählige verschiedene Meinungen, aber für mich schlägt die Schwedin Noomi Rapace die Amerikanerin Rooney Mara ganz eindeutig.

Grundsätzlich muss man sich aber fragen, was in einem Mann wie Fincher vorgegangen ist, als er sich für dieses Projekt entschied. Finanziell kann es jemand, der „Seven“, „Fight Club“ und „The Curious Case of Benjamin Button“ gemacht hat, nicht nötig haben. An anderen Angeboten sollte es so einem renommierten Regisseur auch nicht mangeln. Hätte er jetzt nur zwei Jahre nach dem Dreh der schwedischen Version eine deutlich bessere abgefilmt, könnte ich Verständnis aufbringen, aber das war nicht der Fall. Schade, dass ihn die Kinobesucherzahlen nicht bestrafen. Fincher, Daniel Craig, viel PR und schon rennen die Leute scharenweise in einem Film, den eigentlich keiner braucht.

Extrem traurig sind die gestern veröffentlichten Ergebnisse der Bertelsmann-Studie zum Thema Bildung. Laut dieser gibt es kein Bundesland mit gleichzeitig guten und gerechten Schulen. Viele Lehrer, die vielleicht andere Erfahrungen an ihrer Schule gemacht haben, werden widersprechen, aber die Zahlen sind eindeutig. Besonders bemerkenswert: Auf einen Schulaufsteiger kommen mindestens elf Schulabsteiger, also Schüler, die vom Gymnasium in eine niedrigere Schulform wechseln müssen. Wer auf der Förderschule landet, für den ist diese sogar sehr sicher akademische Endstation.

Etwas Positives gibt er aber auch zu vermelden: Der Grimme-Preis im Bereich Unterhaltung geht dieses Jahr tatsächlich an die von mir in der letzten Woche noch empfohlene Serie „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel. Selbst der NDR konnte das mit seiner blödsinnigen Auswahl des Programmplatzes nicht verhindern. Glückwunsch! Ein weiterer Preis ging übrigens an die Satire „Walulis sieht fern“, von der ich bis vor wenigen Minuten noch nie etwas gehört hatte. Macht aber nach einem ganz flüchtigen Blick keinen schlechten Eindruck.

Bei Zapp geht es morgen Abend um die ominöse Kampagne „Kony 2012“, der man im Internet dieser Tage kaum entgehen kann. Einen interessanten Artikel dazu findet man auch im Blog von Jacob Jung. Außerdem wird über mutige Journalisten, die im Atomkraftwerk Fukushima recherchieren, berichtet und das letzte Thema lautet: „Vermeintliche Unabhängigkeit – Politiker im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“.

Advertisements

From → Film + TV, Kultur, Politik

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: