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Der Tatortreiniger – eine gute deutsche TV Serie

6. März 2012

Eine gute deutsche Fernsehserie? Ja, das ist in etwa so selten wie eine sinnvolle Idee der FDP. Ich weiß nicht, wie lange wir auf letzteres warten müssen, aber „Der Tatortreiniger“ ist heute Abend um 22 Uhr im NDR zu sehen. Hauptdarsteller Bjarne Mädel, den viele als den „Ernie“ aus „Stromberg“ wiedererkennen werden, macht darin einen hervorragenden Job. Er verkörpert in der Serie mit Christoph Maria Herbst einen extrem spießigen Angestellten, der Tatortreiniger ist eine komplett andere Rolle.

Mädel spielt Heiko „Schotty“ Schotte, der sich seinen Lebensunterhalt eben als Tatortreiniger verdient. Es handelt sich bei dieser Serie um eine Art Kammerspiel. Irgendwo sind die Blutlachen einer Leiche zu beseitigen, Schotty wird gerufen und trifft am Tatort dann auf ein oder zwei Personen, mit denen sich interessante Gespräche ergeben. Alle Folgen zeichnen sich durch intelligente Momente, Witz und Tiefe aus. Praktisch also genau das Gegenteil der meisten deutschen Serien.

Die Stärke der Serie ist auch ganz besonders Bjarne Mädels trockene, glaubhafte Art. Wahrlich ein guter Schauspieler, der mich als „Ernie“ eigentlich immer nur genervt hat. Natürlich muss Strombergs Ernie nerven und er macht das sehr gut, aber ich habe mir das nie gerne angeschaut, im Gegensatz zu Schotty. Die erste Staffel des Tatortreinigers hat leider nur vier Folgen und heute läuft schon die letzte. Dafür soll am Freitag aber bereits die DVD erscheinen und nach der Grimme-Preis Nominierung will der NDR in diesem Jahr noch neue Folgen drehen.

An dieser Stelle möchte ich auch noch den sehenswerten spanischen Gefängnisfilm „Celda 211“ aus dem Jahr 2009, den ich mir am späten gestrigen Abend angeschaut habe, wärmstens empfehlen. Nicht ganz so gut wie der absolut großartige französische „Un prophète“ („Ein Prophet“, ebenfalls aus dem Jahr 2009), aber wer Knastfilme mag, dem werden die spannenden, harten, dramatischen und unvorhersehbaren knapp 110 Minuten mit Sicherheit gefallen.

„Celda 211“ wurde mit acht Goyas (spanischer Filmpreis) ausgezeichnet. Wieder einmal ein Werk, welches in Hollywood mit deutlich größerem finanziellen Aufwand wohl nicht so gut geworden wäre. Wer spanisch spricht, kann sich diesen Film (Cell 211 ist der englische Titel) übrigens auch in akzeptabler Qualität auf Youtube ansehen.

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From → Film + TV

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