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Brandenburg, Lars und viele gute Filme

12. Februar 2012

Es gibt Samstage, die gut sind. Es gibt Samstage, die richtig gut sind und es gibt den 11.2.2012. Der war das Brandenburg unter den Samstagen. Ein richtig beschissenes Liverpool Spiel ohne anständiges Pressing und mit zwei saudummen Gegentoren. Anschließend ging die absurde Hetzjagd auf Luis Suárez weiter und ich hatte am Abend ziemlich unangenehme Kopfschmerzen.

Wenigstens begann der heutige Sonntag besser. Ein 5-0 meiner Canadiens in Toronto ist schon eine feine Sache. Max Pacioretty traf wieder, Eller ebenfalls, wobei er das mit einer Leichtigkeit machte, wie man sie selten sieht. Gut, es hilft selbstverständlich auch, wenn sich die gegnerische Verteidigung anstellt wie die einer kollektiv menstruierenden Damenmannschaft, aber der Mann kann schon etwas. Emelin hatte außerdem wieder einen Haufen „Hits“ und beendete das Spiel mit +1.

Da Chelsea gestern verloren hatte und Liverpools Rückstand auf Platz 4 immer noch vier Punkte beträgt, war die scheiß Partie vom Samstagmittag fast schon wieder vergessen. Natürlich wirklich nur fast. Nach vier Siegen in Folge kann man in Montréal doch nochmal von den Play-offs träumen. In 26 Spielen sind sieben Punkte Rückstand durchaus aufholbar, aber so wirklich daran glauben kann ich nicht. Am Ende wird diese Siegesserie wahrscheinlich nur ein besseres Draft Pick kostete, aber wer weiß?

Genug zum Thema Sport, ach nee, eines noch: Glückwunsch an jeden Fußballtrainer, der in den nächsten Wochen ein Engagement bei Hertha BSC ablehnt. Was für ein lächerlicher Club! So, jetzt aber wirklich. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwann so unglaublich viele interessante Filme gleichzeitig im Kino zu sehen waren. Trotzdem werden Hunderttausende in Schrott wie „RubbeldieKatz“ oder „Zettl“ laufen. Die beiden Filme muss ich nicht gesehen haben, um zu wissen, dass sie mir nicht gefallen würden.

Ich mag eigentlich Detlev Buck und Matthias Schweighöfer ebenfalls, von Alexandra Maria Lara und Karoline Herfurth ganz zu schweigen, aber „Tootsie“ war schon nicht mein Lieblingsfilm und dann noch eine Satire von Helmut Dietl, an deren Drehbuch Benjamin von Stuckrad-Barre mitgewirkt hat? Nein danke, der eine ist ein schrecklich überbewerteter Regisseur, der andere überbewertet, in allem, was er macht. Die Tatsache, dass von Stuckrad-Barre auch noch hemmungslos für die Springer-Presse schreibt, passt ins Bild.

Man könnte meinen, dass ich beide in etwa so mag wie Pickel am Sack und damit liegt man nicht falsch. Da fällt mir noch eine traurige Sache ein. Helmut Dietl wurde ziemlich genau ein Jahr vor Rainer Werner Fassbinder geboren. Schnarchnase Dietl macht 2012 immer noch Filme, während in diesem Juni der 30-jährige Todestag von Genie Fassbinder ansteht. Traurig, sehr traurig. Wenigstens erfreut sich die zukünftige New Yorker Regielegende Darren Aronofsky meines Wissen guter Gesundheit. Er wird heute übrigens 43 Jahre alt.

Eine aktuelle Regielegende hat im letzten Jahr einen Film fertiggestellt, der seit Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen ist. Es handelt sich um Martin Scorsese und „Hugo Cabret„, der im Paris der 30er Jahre spielt und mehrheitlich sehr gute Kritiken bekommen hat. Dieses Werk steht ziemlich weit oben auf der Liste der Filme, die ich in den nächsten beiden Wochen sehen möchte. Gleiches gilt für den türkischen Film „Bir zamanlar Anadolu’da“ (Once Upon a Time in Anatolia), den man aber offensichtlich leider in den Kinos vieler deutscher Städte verzweifelt sucht.

Wer den halben Film erzählt bekommen will, kann nach der Filmkritik der FAZ googlen. Verlinken werde ich diese aber nicht, da sie meiner Meinung nach viel zu viel vorwegnimmt. Weiter geht´s: In der letzten Woche sah ich die französische Tragikomödie „Intouchables„, der man den dämlichen deutschen Titel „Ziemlich beste Freunde“ verpasst hat. Was nach Adam fucking Sandler klingt, beinhaltet aber tatsächlich Qualität. Lustig, traurig und nachdenklich ist eine Mischung, die selten so gut funktioniert. Auch dürfte man keine Probleme haben, diesen Film in einem nicht allzu weit entfernten Kino zu finden. Es sei denn, man wohnt in Brandenburg oder Thüringen und Co…

Sehr interessiert mich auch das Kinodebüt  „Kriegerin“ eines gewissen David Wnendt. Kurz auf den Punkt gebracht erzählt der Film die Geschichte einer Nazi-Schlampe aus Ostdeutschland. Irgendwie leider auch ein aktuelles Thema. Mehr über „Kriegerin“ gibt´s bei SPON zu lesen. Die Liste nimmt und nimmt kein Ende. Als nächster wäre da „The Artist„, vom litauischen Pariser Michel Hazanavicius. Film wie Regisseur sind für den Oscar nominiert. Bei der Auswahl für den Oscar des besten Films findet man übrigens auch „The Descendants„, „Hugo Cabret“, und den ebenfalls nicht uninteressanten „Moneyball„.

Ich hoffe, niemand kommt auf die Idee, dass ich der Oscar-Verleihung eine sehr große Bedeutung beimesse. Dort hat man schon unglaublich lächerliche Entscheidungen getroffen, aber ganz ahnungslos ist man dort nun auch wieder nicht und so freut mich, dass für den besten fremdsprachigen Film wieder einmal einer aus Québec zur Auswahl steht. Wahrscheinlich habe ich noch ein, zwei Filme vergessen, aber das muss jetzt reichen. Viel Spaß im Kino und wer doch lieber zuhause bleibt, aber gerne mal spät ins Bett geht, der sollte vielleicht um 0.35 Uhr das „nachtstudio“ des ZDF schauen. Dort wird man über die Zukunft des deutschen Films diskutieren.

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