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Messi, Nietzsche und Sat.1

24. Januar 2012

Lionel Messi erzielte vorgestern seine Saisontore 34-36 (wettbewerbsübergreifend). Ja richtig, Nummer 34-36 am 22. Januar, 19 davon in den letzten 15 Partien. Dazu all seine Vorlagen und Aktionen, die zu Siegen Barcelonas beitrugen und die man in Statistiken gar nicht auflisten kann: Absolut beeindruckend.  Trotzdem habe ich gestern mal wieder eine Diskussion gelesen, in der jemand Diego Maradona klar über Messi stellte. Messi wäre ja noch nicht Weltmeister geworden und Maradona hätte ein durchschnittliches Neapel zur Topmannschaft gemacht usw.

Na super, Weltmeister. Carsten Jancker wäre fast einmal Weltmeister geworden, als Deutschland 2002 ohne einen einzigen guten Gegner geschlagen zu haben, ins Endspiel gegen Brasilien eingezogen war. Wenn man zur richtigen Zeit in der richtigen Mannschaft spielt, kann man Weltmeister werden, wenn man nicht einmal besonders gut ist. Andererseits kann dieser Titel auch am besten Spieler aller Zeiten vorbeigehen, wenn das Glück, die passenden Mitspieler und der richtige Trainer (da wären wir wieder beim Thema Maradona) fehlen.

Messi hätte heutzutage zwar keine Chance, eine Mannschaft wie das damalige Neapel ganz nach oben zu bringen, aber in den 80er Jahren konzentrierten sich die Topspieler auch nicht auf so wenige Clubs wie heute. Welcher Spitzenspieler ist heute nicht bei den 12-15 großen europäischen Vereinen unter Vertrag? Mir fällt keiner ein. Messi hat außerdem schon jetzt deutlich mehr Vereinstitel gewonnen als Maradona in seiner ganzen Karriere und zwei Dinge stechen noch hervor. Vor Messi hatte Barcelona nur einmal die Champions League/den Europapokal der Landesmeister gewonnen, mit ihm seit 2006 beeindruckende drei Mal. Zusätzlich wurde er vor kurzem zum dritten Mal in Folge einstimmig zum Weltfussballer gewählt und ein Ende ist nicht in Sicht.

Spieler unterschiedlicher Generationen sind immer schwierig zu vergleichen und Maradona war genial, aber man sollte auch ruhig bedenken, wie sehr sich der Fußball in den letzten 20, 25 taktisch und physisch weiterentwickelt hat. Spieler, die Maradona damals ausdribbelte, wirken bei Ansicht alter Videos wie heutige Regionalligakicker. Vielleicht sollte man Spieler verschiedener Generationen gar nicht vergleichen, aber wenn man das tut, dann kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass Lionel Messi schon jetzt der beste Spieler aller Zeiten ist. Achja, er ist gerade 24 Jahre alt.

Ein Buch von Friedrich Nietzsche zu lesen, ist wirklich keine leichte Angelegenheit für zwischendurch. Vor zwei, drei Wochen bin ich mit „Menschliches, Allzumenschliches“ angefangen, lese immer wieder ein paar Seiten, denke darüber nach und nehme später eine leichtere Lektüre zur Hand.  Allerdings lohnt es sich, dran zu bleiben. Schon allein eine erweitere Sammlung von Nietzsche-Zitaten wirkt sehr beeindruckend. Am besten gefällt mir persönlich: „Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.“

Ich kann es nicht glauben, aber in den letzten eineinhalb Wochen habe ich mehrmals gelesen, dass Sat.1 heute um 20.15 Uhr mit „Hannah Mangold & Lucy Palm“ einen sehr guten Krimi-Pilot ausstrahlt. Eine Sat.1 Produktion, die sehenswert sein soll? Das ist in etwa so, als würde McDreck jetzt einen leckeren, gesunden und günstigen Burger anbieten oder es in der CSU einen intelligenten, sympathischen, wählbaren Politiker geben. Da auch noch Anja Kling mit von der Partie ist, schaue ich mir den Kram vielleicht sogar wirklich an, sollte ich dann zuhause sein.

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