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Glückwunsch, Sie haben noch ein Jahr!

22. Dezember 2011

Gestern in einem Jahr endet bekanntlich der Kalender der Maya und einige Menschen erwarten heute in zwölf Monaten das Ende der Welt. Und, was haben Sie noch vor? Erst einmal noch das letzte Weihnachtsfest in Ruhe begehen? Zum letzten Mal vergeblich darauf hoffen, dass Schwiegermutti an einem Gänseknochen erstickt? Vielleicht noch einmal zum Skifahren nach Österreich? Das kann ich gut verstehen, allerdings sollte man zum Abschluss nicht etwas anderes machen?

Was? Keine Ahnung, das muss sich jeder schon selbst überlegen. Ich persönlich glaube übrigens nicht, dass die Welt in einem Jahr untergeht, aber wenn? Wäre auch nicht so schlimm. Mir wird einfach zu oft schlecht, wenn ich mit offenen Augen durch´s Leben gehe. Vor kurzem zappte ich gelangweilt durch das TV und blieb etwa 15 Sekunden bei RTL hängen. Es lief „Bauer sucht Frau“ und mein Abendessen wollte plötzlich wieder raus. Wie Menschen in bestimmten Formaten vorgeführt werden, finde ich widerlich. Wenn dann noch krampfhaft Alliterationen wie „der bildungsresistente Biobauer Bill“  (oder so ähnlich) verwendet werden, ist die Kotzschwelle bei mir schnell erreicht.

RTL hatte am gestrigen Mittwoch relativ deutlich vor der ARD den größten Marktanteil aller deutschen TV Sender und das ist wirklich traurig. Die „Scripted Reality TV“ Formate, die dort am Nachmittag laufen, sollen noch deutlich schlimmer sein als „Bauer sucht Frau“ und hat dieser Sender außer „Wer wird Millionär?“ und eventuell noch „Spiegel TV“ irgendetwas, was einem halbwegs anspruchsvollen Zuschauer gefallen kann? Ich glaube nicht.

Der Bundespräsident hat sich derweil heute entschuldigt, wie rührend. Wenn er die gleichen moralischen Anforderungen an sich stellen würde, wie er es vor Jahren bei Johannes Rau tat, wäre er längst zurückgetreten. Zurückgetreten übrigens von einem Amt und das mal kurz zur Erinnerung, in dem ihn spätestens nach der Nominierung von Joachim Gauck niemand wirklich haben wollte.

Die globale Umweltpolitik ist auf einem sensationellen Weg. Bereits im Jahr 2020 soll es ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls geben. Wow, wenn das mal nichts ist. Tja und dann ist da noch die Euro-Krise. Die Überschuldung europäischer Staaten wächst unaufhörlich, während der Reichtum von Millionären und Milliardären ebenfalls steigt. Was macht man dagegen? Anstatt ernsthafte Versuche zu unternehmen, das Geld von den zuletzt genannten Menschen zurückzuholen, hat man sich in vielen Ländern mehr oder weniger freiwillig auf drastische Sparprogramme geeinigt.

Tolle Idee, oder? Sparen ist immer gut und so vernünftig. Die Folge wird allerdings eine sinkende Nachfrage sein. Manche Experten sagen, eine Rezession hätte schon begonnen. Man muss aber keine Wirtschaftskoryphäe sein, um die Folgen absehen zu können. Eine fallende Nachfrage bedeutet weniger Aufträge für Firmen und Unternehmen etlicher Branchen. Die wiederum entlassen dann Menschen. Die Sozialaufwendungen steigen, Steuereinnahmen sinken und die Staaten machen noch mehr Schulden…

Positiv daran ist lediglich, dass die Bundesregierung ihre Propaganda vom Jobwunder- und Aufschwungsland Deutschland nicht mehr weitersingen kann. Erfolg, der auf Lohndumping basiert, ist kein wahrer Erfolg. Auf dem Rücken von Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können und der ausländischen Konkurrenz sowie mit Unterstützung von einigen Tricks, eine oberflächlich gut aussehende Arbeitsmarktstatistik zu präsentieren, ist ein Skandal und eine widerwärtige Verarschung der Menschen in diesem Land.

Ach, und wie wäre es mal mit ein paar Utopien? Wie wäre es mit einem Leben in wahrer Freiheit? Nur, weil man in Westeuropa selbstbestimmter leben kann als in Iran oder Nordkorea, sind wir alles andere als freie Menschen. Bis zur Volljährigkeit bestimmen unsere Eltern über uns, mit sechs Jahren werden wir gezwungen, in die Schule zu gehen und später ändert sich selten etwas bezüglich des Zwangs. Schule, Ausbildung, Arbeit. Einmal im Jahre kann man, wenn man genügend verdient, dann ein paar Wochen irgendwo hinfahren, aber die anderen 11 Monate lebt man in offenem Vollzug.

Die Occupy Bewegung oder auch Personen, die beispielsweise ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern, machen Mut, aber es sind leider viel zu wenige. Ansonsten Elend, wohin man sieht, aber vielleicht ist es ja wirklich nur noch ein Jahr…

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2 Kommentare
  1. Der Maya-Kalender „endet“ nicht, er geht in eine neue Langzeit-Epoche. Nur Mut!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maya-Kalender

    Saludos del Uhupardo

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