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25 Jahre Hillsborough

Man könnte sich als Liverpool FC Fan keine emotionalere Zeit vorstellen. Die Mannschaft hat zehn Spiele in Folge gewonnen und die Chance auf den Meistertitel in der eigenen Hand. Viel wichtiger ist aber bei weitem, dass es eines Tages endlich Gerechtigkeit gibt, was Hillsborough betrifft.

Jedes Mal geschieht es ohne Vorwarnung, wie sonst bei keiner anderen Sache in meinem Leben. Es gibt die Hillsborough Gedenkminute und Tränen schießen mir in die Augen. So war es am Sonntag und in all den Jahren zuvor. Als Fan dieses Vereins und als jemand, der sich mit Ungerechtigkeiten nicht arrangieren und schon gar nicht anfreunden kann, wohl verständlich. Die 96 Toten, die dieses Desaster mit sich brachte, ist nur eine Zahl. Eine schreckliche für sich, aber ich kenne so viele Geschichten, die dahinter stehen. Eine schmerzhafter als die andere. Wie viele Menschen haben nach Hillsborough nie mehr ein normales Leben führen können? Wie viele nahmen sich noch Jahre später aufgrund dieses Ereignisses und der folgenden Tragödien das Leben? Niemand weiß es.

Jahr für Jahr gibt es aber auch Hoffnung. Selbst, wenn die auf Gerechtigkeit über lange Zeit nicht mehr realistisch schien, haben Menschen nicht aufgehört zu kämpfen. Familienmitglieder und Freunde, die teilweise mehr als ihr halbes Leben einer Sache gewidmet haben, die aussichtslos erschien. Einige haben nie aufgegeben und darüber bin ich als Fan dieses Vereins unendlich froh (andere hätten den Begriff “Stolz” benutzt) und ganz genau das macht Liverpool FC zu etwas besonderem. Das gilt aber nicht nur für den Verein, sondern für die gesamte Stadt. In den meisten anderen hätte man irgendwann aufgegeben, nicht in Liverpool. So passte es auch, dass nicht nur Liverpools Brendan Rodgers, sondern auch Everton Manager Roberto Martinez, gestern berührende Reden hielten.

JUSTICE FOR THE 96!

Zum selben Thema:

Die Hillsborough-Verschleierung

Der 24. Jahrestag Hillsboroughs

Hillsborough und die FA

Die Wahrheit über Hillsborough

Hillsborough: Der Tag danach

Ramschware Langzeitarbeitslose – Der Mindestlohn

Ursprünglich veröffentlicht auf altonabloggt:

Kommentar zu Ausnahmen Mindestlohn – Langzeitarbeitslose

Was interessiert das Geschwätz von gestern. „Der Mindestlohn kommt pünktlich und ohne Ausnahmen“, so Nahles noch vor kurzem. Der Mindestlohn ist da und damit mehr ein Treppenwitz der SPD und Offenbarungseid der sozialdemokratischen Bundesarbeitsministerin. Ehrenamtliche, Auszubildende, Pflichtpraktikanten und Langzeitarbeitslose sind ausgenommen. Allein dieses grenzt schon an dem Verständnis eines flächendeckenden Mindestlohnes. Langzeitarbeitslose sollen mit der Ausnahme von sechs Monaten Mindestlohn sozusagen auf ihre Tauglichkeit für den Arbeitsmarkt getestet werden. Es gilt eine Anlernphase, die Menschen zunächst bestehen müssen. Unter dem diskreminierendem Voraussehen, dass die Langzeitarbeitslosen wohl besonderen Bedarf am Lernen von Pünktlichkeit, Tagesstruktur, Belastbarkeit und dem eigentlichen Arbeiten haben, werden ad hoc alle zunächst unter dem Generalverdacht gestellt, dass Menschen ohne Arbeit dieses verlernt haben.

Geschaffen wurde stattdessen eine weitere Legitimität und Zementierung des prekären Arbeitsmarktes und der Ausbau einer Stigmatisierung des „faulen“, „strukturlosen“ und „hilfebedürftigen“ Erwerbslosen. Der Trichter für die Unternehmen erfährt eine…

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Sing für Dich selbst, Andrea

Stolz saß sie am heutigen Vormittag vor den Mikrofonen und berichtete von ihrem großen Erfolg, dem Mindestlohn. Andrea Nahles gelang es trotzdem nicht, dieses Mogelpaket so richtig überzeugend zu verkaufen. 

“Hallo Andrea, selbst 8.50 Euro reicht je nach Lebenssituation und Wohnort nicht unbedingt für ein anständiges Leben”, hätte ich ihr sehr gerne zugerufen.  Bei der CDU heult man derweil schon wieder ein wenig lauter, weil man Angst hat, die Wirtschaft zu vergraulen. So wie immer also. Das Kapital steht in Deutschland und natürlich nicht nur hier, eben über dem Menschen. Darüber hinaus ist schon sehr peinlich, wie die SPD den erstens nicht sonderlich hohen und zweitens auch noch ausgedünnten Mindestlohn als tolle Leistung verkauft.

Wie war das noch mit flächendeckend und ohne Ausnahmen? Nun sind bekanntlich Langzeitarbeitslose für die ersten sechs Monate davon ausgeschlossen. Na klasse. Ich sehe schon kommen, wie Unternehmen für einfache Tätigkeiten alle sechs Monate ihr Personal wechseln, um noch weniger zahlen zu müssen. Die SPD macht´s möglich. Ich schätze in ein, zwei Stunden singt sich Andrea Nahles wahrscheinlich selbst ein Schlaflied vor.

Fußball-Bundesliga: Bayern gähnen sich zum Titel

FCB

Was war das für ein dramatisches Bundesligafinale! Also 1993 zum Beispiel oder natürlich auch 2001. Es könnte sein, dass es so etwas auf längere Zeit in Deutschland nicht mehr geben wird. Die Saison 2013/14 lässt jedenfalls nichts Gutes für die Zukunft erahnen.

Wer am 27. Spieltag Deutscher Meister wird, hat eine Menge richtig gemacht und verdient dafür Anerkennung. Auf der anderen Seite ist es bedenklich und schlichtweg langweilig, wenn eine Mannschaft schon Weihnachten realistisch betrachtet kaum noch einzuholen ist. Von einem wirklichen Kampf um den Titel konnte man jedenfalls zu keinem Zeitpunkt seit dem Jahreswechsel sprechen.

So dominant und unantastbar der deutsche Rekordmeister sich in dieser Saison präsentiert hat, so traurig ist die Tatsache, dass es außer Borussia Dortmund keinen Verein gibt, dem man überhaupt zutrauen würde, über mehr als ein paar Monate mit den Münchnern mitzuhalten. Eben diese Dortmunder wurden im letzten Jahr von den Bayern auch noch um einen ihrer besten Offensivspieler gebracht. Die Verpflichtung von Mario Götze (im Sommer folgt bekanntlich Robert Lewandowski) hatte nicht nur den Sinn, die eigene Mannschaft zu verstärken, sie sendete auch eine Nachricht an den Rest der Liga.

Dem größten Konkurrenten zwei der besten Spieler wegzukaufen, ist zwar ein billiges, aber gleichermaßen effektives Manöver. Die Tatsache, dass so etwas möglich ist, spricht vor allem gegen die Konkurrenz in Deutschland. Luis Figo wechselte zwar einst von Barcelona zu Real Madrid, aber heutzutage scheint es beinahe unmöglich, dass zwischen diesen Rivalen wichtige Akteure transferiert werden. Gleiches gilt für viele Vereine an der Spitze anderer Topligen Europas.

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Auch wenn Borussia Dortmund in dieser Spielzeit unter den eigenen Möglichkeiten geblieben ist und so die Münchner noch souveräner Meister wurden als man vorher annehmen konnte, liegt das größte Problem woanders. Es heißt Berlin und Hamburg. Dort wären die Standorte, um ernsthafte und dauerhafte Konkurrenten der Bayern aufbauen zu können. Was aber passiert? Während man sich in München in den letzten zwei Jahrzehnte enorm weiterentwickelt konnte, hat man in den beiden größten  Städten des Landes in diesem Zeitraum bestenfalls auf der Stelle getreten.

 

Hertha BSC ist im letzten Jahr erst wieder in die 1.Bundesliga aufgestiegen und der HSV kämpft in diesem gegen den Abstieg. Schauen wir nach England, Spanien oder Italien. In der Premier League spielt mit Chelsea FC ein Londoner Verein mit Manchester City und Liverpool FC um die Meisterschaft, mit Arsenal rangiert ein zweiter auf Platz 4 und wird sich wohl wieder für die Champions League qualifizieren, Tottenham ist immerhin auch noch Sechster. In Spanien befinden sich Real und Atlético Madrid in einem spannenden Dreikampf mit dem FC Barcelona um den Titel. In Italien wird der AS Rom immerhin Vizemeister und Lazio besitzt noch Chancen, sich für die Europa League zu qualifizieren.

 

In Deutschland dagegen hat ein ehemaliger Provinzverein wie Mainz 05 den einst so ruhmreichen Hamburger SV deutlich hinter sich gelassen, Hertha BSC ist als Aufsteiger momentan überglücklich Neunter. Solange in der Bundeshauptstadt und der immerhin noch achtgrößten Metropole der EU nicht endlich über wenigstens ein Jahrzehnt kontinuierlich zielstrebig und professionell gearbeitet wird, dürfte kein dauerhafter Konkurrent für den FCB erwachsen. Mehr als temporär ärgern können die Dortmunder den bayerischen Giganten leider nicht. Ein Blick auf die Ersatzbänke beider Clubs zeigt, warum.

Neue Tweets – Teil 25

Fast zwei Monate gab es nichts Neues in dieser Rubrik. Heute ist höchste Zeit für die Jubiläumsausgabe meiner besten Tweets. Viel Spaß damit!

twitter-logo- Wenn ich Regisseur wäre, würde ich auf die Frage, wie der neue Film heißt, den ich gerade drehe, immer “durch” antworten. “Ich drehe durch.”

- Manchmal sind es die kleinen Sachen, die mich zum Lachen bringen. Z. B. die Firma, die TK Ware verkauft und das Adjektiv frisch im Namen hat.

- Der schönste Jugo-Nachname, den ich je gehört habe, ist übrigens Komatovic. So hieße ich auch ganz gerne.

- Verstehe gar nicht, was die über 20-jährigen mit diesem Valenteenstag zu tun haben.

- Männer unter 50, die traurige Resthaare an der Kopfseite stehen lassen, sehen immer komplett vertrottelt aus. Traurig.

- Nur zwei Körbe, eine Anzeige und ´ne Unterlassungserklärung heute eingeheimst. Für mich einer der besseren Valentinstage.

- Ich bin voll. Rudi Völler.

- Leute, die sich über Matthias Matussek aufregen, ärgern sich auch, wenn ein Kind zu laut brüllt oder ein Hund auf den Gehweg kackt.

- Ich arbeite gerade an einer Fanseite für Detlef D. Soost.  #Imakeyoubleedtodeath.com 

- Ein Spinner wie Thilo Sarrazin kann so viele beschissene Bücher schreiben, wie er will. Menschen, die dafür Geld ausgeben, stören mich.

- Müde. Statt “Der Mann ist eine Legende” habe ich gerade gelesen: “Der Mann ist eine Legehenne.” Sehr müde.

- Ich habe ein Schüttelreimtrauma.

- Ich verstehe nicht, was an Immobilienblasen so schlecht sein soll. Für Blowjobs unter freiem Himmel ist es doch noch etwas zu kalt.

- Habe letzte Nacht geträumt, Hartmut Mehdorn würde Lego-Flughäfen auf dem Flohmarkt verkaufen.

- Performancetruation

- Irgendwann muss ich RTL mal aus meiner Senderliste schmeißen.

- Oder die geben mir eine Sendung. Ich könnte gut laufende Restaurants sabotieren. #KoenigKennyderRestaurantverpester

- Habe Ärger mit Media Markt. Sie meinten Ratenzahlung, ich verstand Rattenzahlung. Jetzt muss ich dort morgen 30 kleine Nager wieder abholen.

- Hell. Au.

- Der Arzt sagt, ich solle Stress nicht mit Alkohol bekämpfen und so aggressiv sein. Er hat recht. Außerdem hat er eine blutige Nase. Prost!

- Ich habe einen russischen Bekannten, der unglaublich ungeschickt ist. Ich nenne ihn jetzt nur noch Eigen-Viktor.

- Ich habe einen ungarischen Bekannten, der unglaublich langweilig ist. Ich nenne ihn jetzt nur noch Gaboring.

-  Was mich wirklich happy machen würde? Den nervigen Song von Pharrell Williams nie mehr hören zu müssen.

- Es gibt jetzt ein neues Folk-Rock-Duo aus Budapest: Simon & Ungarfunkel.

- “Mein Herz ist offen.” – “Dein Arsch auch.”

- Das Lieblingsessen von Colt Seavers war ja Kopfgeldjägerschnitzel.

- Die unerträgliche Seichtigkeit des Leihens.

- Fried oder Kriegen.

- Zugegeben: #Schweiger ist ein einfaches Opfer. Wenn er im #Tatort auftaucht, herrscht bei mir trotzdem immer unorganisiertes Erbrechen.

- Für seine scheiß Stimmung im Gerichtssaal ist #Hoeness doch selbst verantwortlich und nicht wir.

- Ich strotze nur so vor Energie losigkeit. Ich könnte Bäume aus… ähh, nichtmals einpflanzen.

- “Immer wenn ich Dich sehe, glaube ich, ich habe gerade ein Los gekauft.” – “Was für ein Los?” – “Ein Atemlos.”

Vielleicht auch von Interesse:

Neue Tweets – Teil 24

Zum Thema Adblocker

Einen interessanten Beitrag zum Thema “Adblocker” zeigte am Mittwoch das NDR Medienmagazin “Zapp”. Diskutiert wurde die Frage, ob der Gebrauch von Adblockern Inhalten schadet.

Ich verwende seit längerer Zeit einen Adblocker. Der Grund ist ganz simpel: Internetwerbung ist häufig extrem penetrant. Mich stört der dezente Banner am Rande eines Textes nicht, aber darüber hinaus gibt es sehr nervige Arten der Werbung, die den Besuch vieler Seiten äußerst anstrengend mach(t)en. Bis zu dem Moment, an dem ich mir einen Adblocker installierte. Verhindere ich damit bessere Inhalte? Vielleicht, aber in erste Linie ist die Werbeindustrie dafür verantwortlich, dass es überhaupt Adblocker gibt.

Ich schalte meinen allerdings auf einigen Seiten bewusst aus. Eine Option, auf die der Bericht leider nicht eingeht. Da wäre zum Beispiel das kleine Forum meines Lieblingsfußballclubs, welches auf die ohnehin nicht üppigen Werbeeinnahmen angewiesen ist. Auch inhaltlich gute Seiten wie “Neopresse.com”, gehören mittlerweile zu diesen Ausnahmen. Bei SpiegelOnline und Co. sehe ich aber nicht die Notwendigkeit, mich deren Werbung auszusetzen. Die Inhalte würden dann wohl kaum besser werden.

Im Endeffekt sollte sich jeder Nutzer darüber im Klaren sein, welche Seiten ihm wirklich am Herzen liegen und welche auch jeden Cent an Werbeeinnahmen benötigen. Verhält man sich hier großzügig, muss man wegen der anderen wohl auch kaum ein schlechtes Gewissen haben.

Über ein paar Filme

Die Oscar Verleihung am Sonntag hat mich dazu motiviert, endlich mal wieder ein paar aktuelle Filme zu schauen. Zwei habe ich bisher diese Woche geschafft. “The Wolf of Wall Street” und “12 Years a Slave”.

Vor einigen Wochen sah ich bereits das zigfach nominierte und ausgezeichnete Science-Fiction Drama “Gravity” von Alfonso Cuarón. Ein auf der großen Leinwand sicherlich sehenswerter Film, an dem es auch nicht wirklich viel zu kritisieren gibt. Technisch einwandfrei, gute Schauspielleistungen von George Clooney und Sandra Bullock, aber irgendetwas fehlte. Vielleicht lag es daran, dass ich eben nicht vor einer großen Leinwand saß. Selbst dann wäre mir der Hype um “Gravity” doch wohl ein bisschen zu viel gewesen.

“The Wolf of Wall Street” von Martin Scorsese hat mich dagegen vollends überzeugt. Was habe ich früher einmal über Leonardo DiCaprio gelacht. Mittlerweile ist er längst nicht mehr nur einer der Schauspieler, der am besten bezahlt wird, er gehört auch zu denen, die am überzeugendsten ihre Rollen verkörpern. Wäre da nicht Matthew McConaughey und das Aids-Drama “Dallas Buyers Club” gewesen, DiCaprio hätte wohl dieses Mal seinen ersten Oscar als Hauptdarsteller bekommen.

“The Wolf of Wall Street” erzählt die wahre Geschichte von Jordan Belfort, der Mitte der 80er Jahre an der Wall Street landete und in einem Sumpf von Gier und Drogen fast zugrunde ging. Absolut sehenswert dank der authentischen Story, Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, allen anderen Darsteller, aber ganz besonders auch Matthew McConaughey in seiner Rolle des exzentrischen Mark Hanna. Diesen Film würde ich insgesamt am meisten empfehlen.

 

Noch mehr als “12 Years a Slave” ? Ja, ein bisschen schon, wobei ich nicht genau erklären kann, warum. Ich würde nicht behaupten, dass mit “12 Years a Slave” der falsche Film gewonnen hat, aber irgendetwas fehlte mir beim Drama von Steve McQueen, welches ebenfalls auf einer wahren Geschichte beruht, ebenfalls. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch? Womöglich schmerzen manche Bilder zu sehr, weil man weiß, dass sie sich so oder ähnlich zugetragen haben?

“12 Years a Slave” ist ohne Zweifel großartig erzählt und noch besser gespielt. Chiwetel Ejiofor macht als Hauptdarsteller in der Rolle des Solomon Northup einen fantastischen Job. Northup war ein Afroamerikaner, der als freier Bürger im 19 Jahrhundert in Washington, D.C. entführt und nach Louisiana verschleppt worden, wo er zwölf Jahre als Sklave leben musste. Einen weiteren von insgesamt drei Oscars erhielt der Film für die beste weibliche Nebenrolle. Eine Auszeichnung, die sich die sympathische Lupita Nyong’o ohne jeden Zweifel verdiente.

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