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Ein kurzes Comeback

Einige Male bin ich in den letzten Tagen und Wochen gefragt worden, wann es hier endlich etwas Neues gibt. Heute lautet die Antwort, aber auch an diesem Samstag reicht die Zeit nur für einen kurzen Beitrag.

Themen gibt es derzeit wahrlich genug. Die Nachrichten sind voll mit interessanten, aber weitestgehend frustrierenden Geschichten. IS, der Skandal um misshandelte Flüchtlinge, der Ukraine-Konflikt, die unsägliche Maut oder wie wäre es mit Günther Oettinger als neuem EU-Kommissar für Internetwirtschaft? Letzteres ist nicht die traurigste, aber vielleicht die absurdeste Neuigkeit der letzten Wochen. Ich wäre wahrscheinlich als Modeberater besser aufgehoben als diese Witzfigur in seinem neuen Job.

Auf all diese Themen habe ich momentan aber keine Lust. Es fehlt auch ein wenig die Zeit, aber vor allem die Nerven, sich mit diesem Müll auseinanderzusetzen. Ob sich das so schnell ändert, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich eher nicht, zumal übernächsten Mittwoch ein dreiwöchiger Urlaub ansteht, den ich auch wirklich gut gebrauchen kann. Heute möchte ich deshalb nur einen tollen Clip empfehlen, der für sich spricht:

Kinotipp: Sag nicht, wer du bist

Das Kinoprogramm dieser Tage wirkt auf den ersten Blick recht fad. “Transformers” oder “Planet der Affen: Revolution” können mir auch am herbstlichsten Augusttag nicht 8 Euro aus der Tasche locken und Luc Besson hat seine besten Tage als Regisseur leider wahrlich lange hinter sich. Gut, dass es Xavier Dolan gibt, dessen Filme jeden Cent Eintrittsgeld wert sind.

Seit gestern ist mit “Sag nicht, wer du bist” (Tom à la ferme) der vierte Spielfilm des in Montréal geborenen Regisseurs, Schauspielers und Produzenten in den deutschen Kinos zu sehen. Soweit nicht ungewöhnlich, mag man denken. Weiß man allerdings, dass der Kanadier im März erst 25 Jahre alt geworden ist, kann man nur beeindruckt sein. In Cannes heimste Dolan darüber hinaus in diesem Jahr für “Mommy” den Jury-Preis ein. Ja genau, das ist dann bereits sein fünfter Film, der im übrigen auch noch in diesem Jahr in den deutschen Kinos zu bewundern sein wird. Begonnen hatte seine Karriere 2009, als er “J’ai tué ma mère” (I killed my mother) noch vor seinem zwanzigsten Geburtstag als Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur auf die Leinwand brachte.

Mit diesem Film wurde ich auf Dolan aufmerksam und habe seine Karriere intensiv beobachtet. Immer wieder denke ich an Rainer Werner Fassbinder, wenn mir sein Talent und Arbeitseifer in die Augen sticht. Einzig an “Laurence Anyways” arbeitete Dolan relativ lange. “Sag nicht, wer Du bist” soll dagegen in einem Zeitraum von nur 17 Tagen entstanden sein. Das Ergebnis ist dafür großartig. Aus dem interessanten Talent Dolan, den man oft als Wunderkind bezeichnete, ist in wenigen Jahren ein großer Filmemacher geworden. Wenn ich bedenke, dass ich 38 Jahre brauchte, um ein nicht allzu umfangreiches Buch fertigzustellen, kann ich nur neidisch den Hut ziehen. In Wirklichkeit bin ich aber nicht neidisch. Ich bin dankbar, dass es bei all der Massenware aus Hollywood und dem größtenteils uninspirierten bis nichtssagenden deutschen Kino noch einige Regisseure dieser Klasse gibt.

Nun kurz zur Geschichte von “Sag nicht, wer du bist”: Tom (gespielt von Dolan) ist Mitte 20, lebt und arbeitet in Montréal in der Werbebranche befand sich dort mit seinem Arbeitskollegen Guillaume in einer Beziehung. Nach dem Tod seines Partners fährt Tom zu dessen Beerdigung aus der Großstadt ins ländliche Québec. Eine Reise, die von Beginn an aus einem zweiten Grund denkbar schwierig anmutete: Guillaume hatte seine Homosexualität vor seiner Mutter verheimlicht und Guillaumes Bruder Francis hat ein großes Interesse daran, dass das so bleibt. Es entwickelt sich ein Thriller, der zu einem großen Teil mit drei Schauspielern auskommt.

“Sag nicht, wer du bist” ist ein Film, der ein wenig schockt, überrascht und vor allem einfach gut unterhält. Wer mehr über den Film erfahren will, kann das auf vielen anderen Seiten. Einige davon verraten meiner Meinung nach aber wieder einmal viel zu viel von der eigentlichen Geschichte. Wenn ich einen Film empfohlen bekomme, möchte ich wissen, warum er sich lohnt und worum es grob geht. Ich möchte nicht zig wichtige Szenen, Entwicklungen und Vorkommnisse vor meinem Kinobesuch schon kennen. Ein Tipp noch generell zu den Filmen Dolans: Es empfiehlt sich, mit “J’ai tué ma mère” zu beginnen.

Das unendliche Ärgernis

Wer kennt das nicht? Man klickt bei Youtube einen Clip an und blickt eine Sekunde später auf einen nervigen Hinweis. In Deutschland sind letztendlich aus finanziellen Gründen mehr Inhalte von Youtube gesperrt als in jedem anderen Land der Welt.

Selbstverständlich kann jeder halbwegs fähige Internetnutzer die Sperre umgehen, aber das kann natürlich eigentlich nicht Sinn der Sache sein. Über den endlosen Streit zwischen Youtube und der GEMA berichtete gestern das Medienmagazin Zapp. Falls jemand die Hoffnung hat, dass sich bei diesem Irrsinn in absehbarer Zeit etwas ändert: Es sieht absolut nicht danach aus. Besonders ärgerlich ist dabei, dass mehr als die Unterhaltung auf der Strecke bleibt, aber seht selbst:

Von Worten, Sätzen und Frauen im Knast

Die Wörter sind da, die Sätze auch. Es gibt sogar noch mehr. Ich habe über ein Dutzend Absätze, aber irgendetwas fehlt. Vielleicht habe ich auch überflüssige Passagen geschrieben. Ich weiß es nicht. 

Ich bin sicher, dass jeder so etwas schon erlebt hat, der schreibt. Völlig egal, in welcher Form auch immer. Ob Artikel, Kurzgeschichten, Gedichte, Songtexte oder vergleichbares, das spielt keine Rolle. Man ist weit vorangekommen, man weiß, wo man hin will, aber etwas passt nicht.  Möglicherweise redet man es sich nur ein, aber das Gefühl verschwindet nicht. Was fehlt denn nur? Ist das gut genug geschrieben? Ist diese Stelle wichtig oder lösche ich sie besser? Soll das Resultat der Arbeit im Internet veröffentlicht werden, drängt sich ein weiteres Problem auf. Der Zweifel, ob der Text nicht zu lang ist. Wer nimmt sich die Zeit für deutlich mehr als 500 Wörter, wenn eine SMS nur 160 Zeichen hat und ein Tweet gar nur 140?

Seit mindestens zwei Wochen schreibe ich an einem verdammten Blogeintrag über Budapest und ich werde mit diesem einfach nicht fertig. Er soll und wird nicht die Welt verändern, aber er soll gut sein, er soll interessant sein und auch mehr als anständig formuliert. Manche Dinge schreiben sich fast von selbst. Man beginnt, tippt einige Absätze und in der Regel ist man meistens nach spätestens zwei Stunden fertig. Nicht mit diesem. Warum auch immer. Für heute kapituliere ich abermals und schaue noch eine Folge “Orange is the new black”. Schließlich hat doch jeder schon wenigstens einmal davon geträumt, eine Nacht im Frauenknast zu verbringen, oder?

Neue Tweets – Teil 26

Bevor es diese Woche mal wieder etwas Neues zu lesen gibt, nach langer Zeit erst einmal ein Blick Richtung Twitter. Es folgen meine bescheuertsten und besten Tweets der letzten Monate. Viel Spaß!

–  Ich gehe weiterhin davon aus, dass City Meister wird. Wenn nicht, dann habe ich irgendwie das Gefühl, es wird nichttwitter-logo Chelsea sein… [Anmerkung: Am 22.3. getwittert. Manchmal ist es richtig scheiße, wenn man so 100%ig Recht hat.]

- Hübsche Kassierin eben bei Rewe. Sie: “Payback Karte?” Ich: “Nein.” Sie: “Interesse?” Ich: “Ja, aber nicht an einer Payback Karte.”

- Wenn ich manche Bus- und Straßenbahnfahrer so sehe, frage ich mich, warum es nicht “öffentlicher Narrverkehr” heißt.

- Früher habe ich mich immer gefragt, warum von diesem Kalle andauernd alle nach Dover fahren.

- “ORRR, DIESER KRACH!” “DU SPIELST SCHACH?” “NEIN, KRACH! IST ZU LAUT HIER. TOO MUCH NOISE!” “WAS IST IN NEUSS?” “NEE, GIBT NIX NEUES!”

- “Ich gehe jetzt zum Türken und hole mir einen…” “…runter?” Warum Gespräche mit mir nicht immer einfach sind.

- Früher dachte ich, Antifa würde bedeuten, dass man gegen Deo ist.

- Es nervt schon, wenn überall in Worten “ver” durch “fair” ersetzt wird. Also “Fairhandeln” und so… Wie wäre es mit ?

- P.K. Subban on Gm 7: “I can’t wait for the crowd, the noise, the energy in the building. I can’t wait to take that all away from them.”

- Da stellt mein Chef mich doch tatsächlich als freundlich und kompetent vor. Schon hat der neue Kollege ein völlig falsches Bild von mir.

- “Mario Basler hat Geschichte geschrieben” “Ach, wie schön. Der geht nochmal zur Schule?”

- Bin eben aus der Pizzeria geflogen. Nur, weil ich eine Pizza Winter für 2 Euro wollte. Macht doch Sinn, wenn die 4 Jahreszeiten 8 € kostet!

- Wo liegt eigentlich dieses Vernunft, wo andauernd Leute irgendjemanden hinbringen wollen?

- Dieser Gedanke, dass Menschen, die viel verdienen, irgendwie auch immer mehr leisten, ist nicht totzukriegen.

- Ein kleiner Vogel sitzt auf meinem Nachtisch. Es gibt Donauwellensittich.

- Ein Freund von mir hat eine komische Stelle gefunden. Den Apfel hat er dann gleich weggeworfen.

- Großes Rüsseltier mit Vorliebe für Softdrinks? Elefanta

- Wäre schon cooler, würden Spaziergänger ihre Hunde anstarren und die Smartphones an einer Leine hinter sich herziehen statt umgekehrt.

- Erst dachte ich, es ginge um einen Türken, der daneben lag. Jetzt verstehe ich. Alliierte also und nicht Ali irrte.

- Habe bei mir einen Kindergarten eröffnet. Musste die Kleinen aber leider auf dem Rasen anketten, weil sie mir sonst die Blumen zertreten.

- Kommt ein Mann fluchend in eine Pommesbude. “Tourette?” “Nein, Pommes Mayo bitte.”

- Der Montag rückt mit großen Schritten näher. Viele von uns müssen dann wieder arbeiten, Joachim Gauck wird wohl in den Krieg ziehen.

- Möchte T-Shirts mit “Lasst die verfickte zweite Kasse doch einfach offen, Ihr Pisser!” drucken lassen. Wer hat Interesse?

- “Mögen Sie harte Arbeit?” “Nö.” “Kundenkontakt?” “Muss nicht sein.” “Aufstiegschancen?” “Mir egal.” “Willkommen bei OBI.”

- Chef: “Ist die Frau Kaufmann schon da?” Ich: “Die MILF?” Chef: “Die was?” Ich: “Sitzt in ihrem Büro, ich habe Feierabend. Bis morgen dann.”

- Putziger Wettstreit im Supermarkt: “Ja, ist nicht einfach, bin schon 77.” “Pah, ich bin 82.” “Mein Mann ist 84.” “Nein.” “Doch.” “Orrr.”

- Ich mache demnächst eine Bar auf. Dort gibt´s sehr viel Obst und nur schwangere Kellnerinnen. Ich nenne den Laden “Fruchtbar.”

- Wer meint, Geld stinkt nicht, hat noch nie mit schwitzenden Händen einen Haufen Münzen gezählt.

- Midnight in Pjöngjang

- Harold und Mord

- My Blackberry Nights

- Wie ein einziger Sarg

- Magnolien aus Stuhl

- “Wo bist Du denn?” “Libanon.” “Bist Du noch bei Trost?” “Nein, Beirut.” “Bei welcher Ruth?”

- Manche Models haben heute sicher wieder weniger gegessen als mir eben aus dem Döner fiel.

- Diese Mother E-Sharif muss die heißeste Milf überhaupt sein. So viele Leute sind bei der schon gelandet.

- “Ich nerve?” “Ja und meine Hemmschwelle sinkt.” “Welches Lied singt sie denn?” “So, Abendessen ist gestrichen!” “Cool, in welcher Farbe?”

- Warum muss die langsamste Kassiererin aller Zeiten (ich nenne sie Fräulein Stornoschlüssel) ausgerechnet im Supermarkt nebenan arbeiten?

- Reservoir Hot Dogs

- Bei Anruf Mortadella

Vielleicht auch von Interesse:

- Neue Tweets – Teil 25

22.000 Kilometer in 22 Tagen

Der Tag ist endlich gekommen, an dem mein Buch erhältlich ist. Die erste Lieferung von “22.000 Kilometer in 22 Tagen” erreichte Düsseldorf am heutigen Mittag. Ab sofort ist mein Reisetagebuch für 8,90 Euro (9,95 Euro per Büchersendung) hier zu bestellen. 

Bjoerns_Buch

Worum geht es? Im letzten Sommer machte ich mit einer sehr guten Freundin eine interessante, intensive Reise, die uns von Düsseldorf über Moskau, Sibirien (Irkutsk, Listwjanka, Wladiwostok) und Peking in die Mongolei führte. Highlights waren die 9288 legendären Kilometer mit der Transsibirischen Eisenbahn und unsere beeindruckenden Tage in der mongolischen Steppe. Von der ein oder anderen hässlichen Stadt, Schlafmangel, skurrilen Begebenheiten und ein paar Missgeschicken wird aber auch berichtet. Zwei Auszüge aus dem Buch kann man sich hier durchlesen:

In der Transsibirischen Eisenbahn

Der zweite Auszug aus meinem Buch

“22.000 Kilometer in 22 Tagen” ist momentan nur bei mir direkt und in gedruckter Form erhältlich. Ob es ein E-Book geben wird, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich aber eher nicht, denn dies ist einer der ganz wenigen Bereiche, in dem ich altmodisch bin. Wer das Buch haben möchte, schreibt einfach eine E-Mail an: Bjoern2711@gmx.de mit dem Wort “Buch” in der Betreffzeile. Eine persönliche Übergabe in Düsseldorf ist möglich oder aber eine Bestellung. Dann wird selbstverständlich in der E-Mail noch die Adresse benötigt.

Jede Leserin und jede Leser, die/der am Ende etwas angetan ist, darf das Buch sehr gerne weiterempfehlen. Ob persönlich, in sozialen Netzwerken oder sonstwie. Warum nicht einfach jemanden eines zum Geburtstag schenken? Der Gewinn soll in das Reisen fließen. Meine nächste ist fest geplant, die übernächste bereits in meinem Kopf. Die Ziele könnten unterschiedlicher nicht sein und die ersten beiden Kapitel eines weiteren Reisebuchs sind auch schon fertig. Vor allem das Kapitel über Budapest würde ich am liebsten schon jetzt veröffentlichen…

Zum Schluss noch das Video zu “22.000 Kilometer in 22 Tagen”:

Es geht los

In wenigen Stunden mache ich mich auf den Weg zum Flughafen. Eine Woche in Budapest, am Balaton und Slowenien steht auf dem Programm. Endlich wird auch dann mein Buch gedruckt, über das ich hier in den letzten neun Monaten immer mal wieder geschrieben habe.

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Budapest

Wer darüber (nochmal) etwas lesen möchte, schaut am besten “hier” rein. Von unterwegs werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bloggen, aber im Anschluss sollte es einiges zu berichten geben. Über die Reise, das Buch und vielleicht habe ich noch den ein oder anderen WM-Gedanken, den ich teilen möchte, auch wenn ich bis zum Spiel Frankreich-Deutschland (sofern es dazu kommt) keine Partie unbedingt sehen will.

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